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Fieber

Fieber (lat. Febris) bezeichnet einen Zustand erhöhter Körpertemperatur und ist als Reaktion des Organismus auf interne oder externe Einflüsse, weniger als eigenständige Krankheit zu verstehen. Hauptaufgabe ist die Unterstützung der körpereigenen Immunabwehr. 

Ein Teil des Gehirns, der sogenannte Hypothalamus, reguliert die Körpertemperatur und hält sie in gewöhnlichen Grenzen (36°C bis 37,8°C). Dringen Bakterien, Viren oder andere Erreger in den Körper ein, setzt dieser verschiedene Stoffe frei, die zum Anstieg der Körpertemperatur führen und dadurch Stoffwechselvorgänge beschleunigen. Die Abwehrreaktion des Körpers kann so besonders effektiv ablaufen, sodass bei nur leichtem Fieber auch keine sofortige Senkung empfohlen wird.

Grundsätzlich wird eine Körpertemperatur über 38 Grad Celsius als Fieber bezeichnet. Eine Messung kann rektal, d.h. im Enddarm, oral, d.h. im Mund, oder axillar, d.h. in den Achselhöhlen mittels Fieberthermometer gemessen werden. Je nach Messmethode können die Messergebnisse leicht variieren, sodass bei rektaler Messung prinzipiell eine höhere Temperatur gemessen wird. Hier ist bis 38°C von erhöhter Temperatur die Rede, erst ab Temperaturen darüber hinaus von mittlerem (bis 39°C) bzw. hohem Fieber, wenn über 39°C rektal gemessen wird. Sehr hohes Fieber muss behandelt werden, da sonst lebenswichtige Enzyme und Proteine im Körper denaturieren. Bei Säuglingen, Kleinkindern und Risikogruppen ist besondere Vorsicht geboten.

Ursachen

Fieber kann als Folge bakterieller oder viraler Infektionen auftreten, nicht selten jedoch auch bei nichtinfektiösen Krankheiten. Biologisch gesehen wird die im Rahmen von Fieber erhöhte Körpertemperatur durch bestimmte Substanzen, in der Fachsprache Pyrogene, ausgelöst und hilft somit, die Abwehrreaktion des Körpers zu stärken.

Bekannte Ursachen sind häufig Hitzeschläge, Operationen, extreme Flüssigkeitsverluste (auch Exsikkose genannt), maligne Tumore oder grundsätzliche Infektionen mit Viren, Bakterien oder Parasiten. Blasen-, Blinddarm- oder Lungenentzündungen gehen häufig auch mit Fieber einher; Blutvergiftungen (Sepsis) verursachen vor allem hohes Fieber und auch Schüttelfrost.

Zu den besonderen Formen zählen auch Reisefieber wie das sogenannte Dengue-Fieber oder West-Nil-Fieber, oder auch Fieber bei klassischen Kinderkrankheiten wie Mumps, Röteln, Masern oder Windpocken. Weiter sind in diesem Zusammenhang Autoimmunkrankheiten zu nennen wie rheumatisches Fieber oder AIDS sowie die besondere Form des Resorptionsfieber bzw. aseptischen Fieber, das durch die Aufnahme von körpereigenem Proteinen nach Herzinfarkten oder Verbrennungen beispielsweise entsteht.

Zuletzt müssen hormonelle Veränderungen, wie etwa bei einer Schilddrüsenüberfunktion, sowie hormonelle Schwankungen im Rahmen der weiblichen Menstruation genannt werden, die leichtes bis höheres Fieber auslösen können.

Dabei müssen die ungeregelten Umstände der  Wärmeregelung des Körpers (Hyperthermie) von Fieber unterschieden werden, bei denen der Organismus mit seinen regulatorischen Möglichkeiten versucht, seine Temperatur zu senken. Diese Überhitzung kann bei starker Erwärmung durch die Umgebung und /oder im Rahmen körperlicher Bewegung vorkommen, selten bei einer gestörten Temperaturregulation im Rahmen neurologischer Krankheiten oder bei einmaliger Hyperthermie.

Symptome

Fieber muss selbst als Symptom einer anderen, meist infektiösen Krankheit verstanden werden. Es ist nicht Ursache einer Krankheit, sondern Reaktion des Organismus auf die Krankheit.

Bei Fieberanstieg kommt es grundsätzlich zu Frösteln, kalten Füßen und Händen bei wohl warmem Kopf sowie Muskelzittern. Eine schlechte Durchblutung, die sich oft durch marmorierte Haut äußert, deutet weiterhin auf Fieber hin. Kommt es letztendlich zum Fieberabfall, treten Hitzegefühle bzw. Schwitzen, Rötungen der Haut, Gefäßerweiterungen der Körperperipherie sowie Kreislauflabilität auf, die durch Schwindelgefühle bis hin zu Kollapsgefahr begleitet werden können.

Gewöhnlich steigt auch die Puls- und Atemfrequenz an (nach der „Liebermeister-Regel“ um zehn Herzschläge pro 1°C Körpertemperaturerhöhung), was in einer flachen, beschleunigten Atmung resultiert. Appetitlosigkeit, Schmerz-, Licht- sowie Berührungsempfindlichkeit kommen häufig hinzu und gehen mit Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Schlaflosigkeit einher. Nicht selten klagen Betroffene vor allem bei höherem Fieber über Alpträume bis hin zu Wahrnehmungsstörungen, die in schwerwiegenden Fällen auf eine Entzündung des Gehirns hindeuten können und daher ärztlich untersucht werden müssen. Da mit der erhöhten Körpertemperatur auch ein erheblicher Flüssigkeitsverlust einhergeht, sind erhöhter Durst, verminderter und konzentrierter Urin sowie Darmverstopfung die natürliche Folge, sowie eine grundsätzlich trockene und belegte Zunge.

Diagnose

Da Fieber häufig durch eine andere Krankheit, vor allem Infekte, verursacht wird, ist es von großer Bedeutung, diese zu diagnostizieren, um auch entsprechende ursächliche Therapiemaßnahmen einzuleiten. So wird ein Arzt im Rahmen einer Anamnese zunächst weitere Beschwerden und Symptome erfragen, wobei auch eventuelle Auslandsaufenthalte oder Kontakte zu anderen Tieren oder Personen von Interesse sein kann. Eine gründliche körperliche Untersuchung kann ergänzend durchgeführt werden, in der eine exakte rektale Temperaturmessung sowie eine Inspektion von Hals, Nase, Ohren sowie Herz und Lunge erfolgt. Blut-, Urin- und Stuhluntersuchungen können genaueren Aufschluss über verantwortliche Bakterien oder Viren geben, um vor allem bei langer Dauer des Fieber entsprechende Antibiotika zu verabreichen.

Therapie

Im Falle von Fieber muss genau abgewogen werden, ob es gesenkt werden oder zunächst bestehen bleiben soll. Schließlich ist es eine an sich effektive Abwehrreaktion des Organismus, um durch erhöhte Stoffwechselaktivitäten die ursächliche Krankheit besser zu bekämpfen.

Grundsätzlich sollte leichtes Fieber nicht sofort gesenkt werden, da es sich häufig nach ein bis Tagen bereits zurückzieht. Steigt das Fieber jedoch weiter an (vor allem über 39°C) und hält vor allem für mehrere Tage an, sollte das Fieber gesenkt, gegebenenfalls ein Arzt aufgesucht werden. Zur Fiebersenkung können fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol  verwendet werden, die relativ schnell Abhilfe verschaffen. Als weitere fiebersenkende Maßnahmen können weiter kalte Umschläge oder auch nasskalte Wadenwickel herangezogen werden, wobei sich vor allem Essig als hilfreich bewährt hat.

In allen Fällen sollte Bettruhe eingehalten werden, um den Körper zu schonen, dessen Stoffwechselvorgänge sowieso bereits auf Hochtouren laufen. Eine reichliche großzügige Flüssigkeitszufuhr ist von immenser Bedeutung, da der Körper bei Fieber aufgrund seiner erhöhtem Temperatur vermehrt Flüssigkeit verliert.

Grundsätzlich sollte im Falle von Fieber bei Kleinkindern und anderen Risikogruppen besondere Vorsicht geboten werden; vor allem bei Säuglingen bis zu drei Monaten sollte bei Fieber immer ein Arzt aufgesucht werden, um mögliche Komplikationen und verbleibende Schäden zu vermeiden. Vor allem bei vorgewölbten Fontanellen und/oder Krampfanfällen sollte notfallmäßige Hilfe aufgesucht werden.





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