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Organspende rettet Leben
Die überraschende Entscheidung von Frank-Walter Steinmeier, seiner Ehefrau eine Niere spenden zu wollen, hat ihm Bewunderung und Anerkennung eingebracht. Er hat damit aber auch die Debatte um die Regelungen und die Bereitschaftschaft bezüglich einer Organspende neu entfacht.
In Deutschland werden Organe gebraucht. Etwa 12.000 kranke Menschen sind auf eine Organspende angewiesen und stehen auf der Warteliste. Darunter warten alleine 8.000 Patienten und Patientinnen auf eine Spenderniere. Tatsächlich benötigen noch viel mehr Menschen neue Organe. Viele Erkrankte stehen nur nicht auf der Liste, da sie noch kein akuter Fall sind oder aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandsmit keiner erfolgreichen Transplantation zu rechnen ist. Trotz des hohen Bedarfes an Organspenden steht es schlecht um die Spendenbereitschaft der Deutschen, so haben 2009 nur 1.217 Menschen ihre Organe gespendet. Verglichen mit 2008 sind das gerade einmal 19 Spender mehr. Der Anteil an Lebendspenden wie im Falle von Frank-Walter Steinmeier macht jährlich dabei nur einen geringen Teil der Organspenden aus. Insgesamt wurden 4.050 Transplantationen durchgeführt.
Eine Organspende kann unter Umständen viele Menschenleben retten, im Durchschnitt sind es drei schwerkranke Menschen. Sofern alle Organe intakt sind, kann nicht nur die Niere entnommen werden, sondern auch die Lunge, das Herz, die Leber, der Darm und die Bauchspeicheldrüse. Was viele nicht wissen ist, dass neben der Organspende auch die Möglichkeit einer Gewebespende besteht. Es können beispielsweise Hautlappen, Hornhäute, Sehnen, Blutgefäße oder Herzklappen verpflanzt werden. Der Angst als „Ersatzteillager“ zu enden, kann jeder entgegenwirken. Mit einem Organspendeausweis kann man einschränken welches Gewebe und welche Organe entnommen werden dürfen. Diese Möglichkeit sollte auch genutzt werden, denn keine ausdrückliche Verweigerung für eine bestimmte Spende wird als Zustimmung interpretiert. Ein Organspendeausweis sollte aber auch getragen werden, um im Falle des eigenen Todes Angehörigen die Entscheidung für eine mögliche Organspende abzunehmen.
Damit ein Mensch als Organspendekandidat gilt, müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein:
- Der Hirntot muss von zwei unabhängigen Ärzten festgestellt werden. Unter dem Hirntot versteht man das irreversible Absterben des Großhirns, des Kleinhirns und Hirnstamms. Mithilfe von Maschinen und Medikamente können lebenswichtige Prozesse aufrecht erhalten werden, doch eine Rückkehr ins Leben ist nach dem Hirntot ausgeschlossen.
- Es muss eine Zustimmung zur Organentnahme in Form eines Organspendeausweises geben. Wenn keine Zustimmung vorliegt, müssen die Angehörigen im Sinne des Verstorbenen entscheiden. Heutzutage werden immer noch 95% der Zustimmungen für eine Organspende von Angehörigen gegeben.
So hilfreich die Organspende für die Empfänger sein mag, sie hat auch viele Kritiker, die sich vor allem für die Bedürfnisse des Verstorbenen und der Hinterbliebenen einsetzen. Sie argumentieren, dass der Hirntot ein Sterbeprozess ist und nur eine neu eingeführte Definition des Todes sei, damit die Ärzte rechtzeitig an vitale Organe kommen können. Während das Hirn schon lange tot sei, wäre der Körper noch am Leben und würde auch entsprechend auf den Stress einer Organspende reagieren. Die Kritiker zweifeln auch daran, ob man wirklich einwandfrei die Hirnaktivität bzw. die Nichtaktivität messen und Aussagen darüber treffen kann. Außerdem kritisieren sie den Umgang der Ärzte mit den Hinterbliebenen des Verstobenen. Sie werden oft zur Zustimmung für eine Organspende gedrängt und unter Druck gesetzt. Darüber hinaus werde die gesamte Bevölkerung nicht wirklich über den genauen Ablauf einer Organspende aufgeklärt. So wissen die wenigsten, dass die gesamte Bauchhöhle mit bis zu 15 Litern Eiswasser gefüllt wird und das Herz bis zum Schluss schlägt.
yourFirstmedicus.de meint:
Eine Organspende kann Leben retten und ist eine gute Sache. Jeder kann einmal in die Situation kommen und auf eine Organspende angewiesen sein. Jedoch sollte man gut darüber informiert sein und diese sehr persönliche Entscheidung nur für sich treffen.
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