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Dioxin – Wie gefährlich ist es wirklich?
Dioxin ist zurzeit in aller Munde, auch die Medien sind voll davon. Der gegenwärtige Dioxin-Skandal hat Jung und Alt aufgewühlt. Die Menschen sind besorgt und verunsichert, stürmen Arztpraxen und lassen Info-Hotlines heiß laufen. Doch wie gefährlich ist Dioxin wirklich? Ist die Angst von Verbrauchern gerechtfertigt?
Dioxine sind chemische Substanzen mit einer charakteristischen Struktur bestehend aus Kohlenstoffringen mit Chloratomen. Diese Substanzen sind unerwünscht und in unterschiedlichem Maße giftig. Besonders toxisch sind dabei Dioxine, die in 2,3,7,8-Stellung chloriert sind. Dioxine entstehen nicht vorsätzlich, sondern lediglich als Abfallprodukte aus Industrieprozessen wie z.B. bei der Müllverbrennung. Dioxine sind lipophil, d.h. fettliebend, und sammeln sich im Fettgewebe von Menschen und Tieren an.
Grenzwerte für Lebensmittel
Gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 gelten für Lebensmittel die folgenden Höchstgehalte für Dioxine:
- Fleisch und Fleischerzeugnisse (außer genießbare Nebenprodukte der Schlachtung):
- Rind und Schaf: 3,0 pg/g Fett
- Geflügel: 2,0 pg/g Fett
- Schwein:1,0 pg/g Fett
- Rohmilch und Milcherzeugnisse, einschl. Butterfett: 3,0 pg/g Fett
- Hühnereier und Eiprodukte: 3,0 pg/g Fett
(Quelle: www.bvl.bund.de)
Welche Lebensmittel sind betroffen?
Untersuchungen bei betroffenen Betrieben ergaben erhöhte Dioxinwerte bei vereinzelten Fleischproben von Schweinen und Legehennen und einigen Eiern. Allerdings wurde bei der Mehrzahl der untersuchten Eier der Grenzwert nicht überschritten.
Ob weiterverarbeitete Lebensmittel wie Kuchen oder Eiernudeln ebenfalls betroffen sind und auch erhöhte Dioxinwerte aufweisen, ist bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht geklärt. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass von diesen Nahrungsmitteln keine Gefahr für die Gesundheit ausgeht.
Auswirkungen der Dioxine auf die Gesundheit
Bei Dioxinen handelt es sich um langlebige Verbindungen, d.h. sie werden nur sehr langsam abgebaut und bleiben demnach sehr lang im Körper bestehen. Anhand von Tierversuchen wurden chronische Folgen von Dioxin wie Störungen des Nervensystems, des Immunsystems und des Hormonsystems herausgefunden. Zudem steigt durch verschiedene Dioxine das Krebsrisiko. Die Leber und die Schilddrüse sind dabei die empfindlichsten Organe und somit am gefährdetsten.
Akute Wirkungen durch zu hohe Dioxin-Konzentrationen sind nur nach Unfällen in Industriebereichen oder aufgrund vermehrten Kontakts mit Dioxin durch Arbeiten z.B. in der Elektro- oder Chemieindustrie bekannt. Dabei kann es zu chronischen Hauterkrankungen wie der sogenannten „Chlorakne“ kommen. Außerdem wurde von Leberschäden und Veränderungen im Fettstoffwechsel durch akute Dioxin-Vergiftungen berichtet.
Yourfirstmedicus.de meint:
Obwohl die Wirkungen von Dioxin nicht unterschätzt werden sollten, besteht zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Grund zur Panik. So muss man laut des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nicht einmal auf den Verzehr von Eiern und Fleisch verzichten, da für den Verbraucher keine akute Gesundheitsgefahr besteht. Dennoch wird alles dafür getan, die Dioxinwerte wieder zu senken.
Quellen:
http://www.bvl.bund.de/cln_007/nn_495478/DE/08__PresseInfothek/01__Presse__und__Hintergrundinformationen/01__PI__und__HGI/Rueckstaende/2011/2011__01__05__faq__dioxin.html__nnn=true
http://www.bfr.bund.de/cd/53559
http://www.bfr.bund.de/cd/53704
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/igel/article/636570/angst-dioxin-koerper-treibt-patienten-praxen.html
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