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Herr Dr. Michael Becker
68775 Ketsch
Arzt für Zahnmedizin, Fachzahnarzt für Oralchirurgie
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Zahnimplantate – eine Alternative zu konventionellem Zahnersatz
BeobachtenDie heute zur Verfügung stehenden Zahnimplantate sind das Produkt aus einer langen Entwicklung und Forschung. Zahnimplantate sind heute ein bewährtes System für eine funktionell und ästhetisch optimale Wiederherstellung des Kauorgans nach Zahnverlust. Durch den Einsatz von Implantaten können im Gegensatz zur klassischen Krone oder Brücke gesunde Nachbarzähne geschont und erhalten werden. Schließlich ist es möglich auch bei völliger Zahnlosigkeit Zahn für Zahn durch Implantate zu ersetzen. Ebenso können durch den Einsatz von Zahnimplantaten beim zahnlosen oder teilweise bezahnten Kiefer Prothesen stabilisiert werden.
1. Was ist ein Zahnimplantat
Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die vorzugsweise aus hochreinem Titan besteht. Es gibt konus- und zylinderförmige Zahnimplantate mit unterschiedlicher Oberfläche.
Zahnimplantate, die in den Knochen eingesetzt werden, bezeichnet man als enossale Implantate.
Andere Verankerungsmöglichkeiten wie unter der Knochenhaut oder Schleimhaut haben heute keine Bedeutung mehr. Das Prinzip der Implantatgestaltung ist eine gleichmäßige Kraftübertragung auf den Knochen. Die Zahnimplantate werden i. d. R. in den Knochen eingeschraubt und erreichen bei günstigen Knochenverhältnissen eine hohe Stabilität.
2. Diagnostik
Bevor es zur Einbringung eines Zahnimplantates kommt, sollte eine ausführliche Auskunft über Erkrankungen,
Allergien und Medikamenteneinnahme des Patienten erfolgen.
Neben der klinischen Untersuchung des gesamten Mund- Kieferbereiches ist es vor allem wichtig, durch eine Röntgenuntersuchung Informationen über das „Knochenangebot“ zu bekommen.
Die Diagnostik über das Knochenangebot ist entscheidend für das Vorgehen bei der Implantation.
Ist bereits eine umfangreiche Knochenatrophie (Knochenschwund) eingetreten, so können zusätzliche Operationen wie ein Knochenaufbau nötig sein.
Besonders wichtig bei Implantationen sind die Regionen, in denen anatomische Strukturen wie Nerven (Nervus alveolaris inferior) verletzt werden können. Eine Verletzung kann zu einer vorübergehenden oder dauerhaften Schädigung führen. Das bedeutet, dass der Patient Sensibilitätsstörungen (Taubheit, Kribbeln, o.ä.) im Bereich der Unterlippe der entsprechenden Seite beklagt. Das Risiko hierfür ist sehr selten. Im Oberkiefer sind auf die Nasennebenhöhlen (Kieferhöhle) und den Nasenboden zu achten.
Mit Knochenersatzmaterialien und Regenerationsmethoden können Zahnimplantate auch bei Knochendefiziten gesetzt werden. Die modernste und aufschlussreichste Röntgendiagnostik stellt derzeit die digitale Volumentomographie (DVT) und die Computertomographie (CT) dar.
3. Wie wird ein Zahnimplantat eingesetzt?
Die Implantatoperation ist in der Regel ein ambulanter operativer Eingriff, der unter Lokalanästhesie oder auch in Narkose stattfindet.
Der Eingriff ist vergleichbar mit einer einfachen Weisheitszahnentfernung. Die Dauer des Eingriffs ist abhängig von der Anzahl der Implantate, des Knochenangebots und der Erfahrung des Operateurs.
Die Operation erfolgt unter sterilen Bedingungen in einem geeigneten
Raum. Nachdem die Schleimhaut und Knochenhaut entfernt wurde, wird mit der Bohrung für das später einzusetzende Implantat begonnen. Danach wird das Zahnimplantat in seine endgültige Position gebracht. Nun wird das Zahnfleisch wieder dicht vernäht.
4. Nach der Operation
Aufgrund der zu erwartenden Schwellung ist eine Kühlung für zwei bis drei Tage zu empfehlen.
Der Einsatz von entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamenten ist von Fall zu Fall unterschiedlich.
Zum Schutz vor Infektionen und Wundheilungsstörungen werden antimikrobielle Spülmittel empfohlen. Ggf. ist in Einzelfällen die Gabe von Antibiotika nützlich. Die Wundgebiete sollten nicht belastet werden. Weiche Kost ist daher empfehlenswert. Das Rauchen sollte in den ersten sieben bis zehn Tagen bis zur Nahtentfernung möglichst unterlassen werden.
5. Verträglichkeit von Zahnimplantaten
Zahnimplantate bestehen aus reinem Titan. Das Titan löst aufgrund seiner passiven Oxidschicht keine Fremdkörperreaktion im Knochen aus. Auch keramische Materialien wie das Zirkoniumoxid geben keine Ionen ab und ermöglichen einen direkten Verbund zwischen Implantat und Knochen.
6. Gibt es unterschiedliche Systeme?
Weltweit gibt es über 400 verschiedene Implantatsysteme, davon alleine 100 Implantatsysteme in Deutschland. Die Unterschiede sind häufig nur in der Form und der Verbindung zwischen Zahnimplantat und Krone zu finden.
Ob eine Außensechskant- oder Innenverbindung oder eine Konusverbindung gewählt wird, entscheidet der Zahnarzt bzw. Chirurg.
7. Wie lange halten Zahnimplantate?
Die Lebenserwartung von Zahnimplantaten liegt heute (statistisch beweisbar) bei über 15 Jahren. Regelmäßige Kontrollen und Individualprophylaxe verhindern einen frühzeitigen Implantatverlust, so dass man durchaus davon ausgehen kann, dass Implantate ein Leben lang halten.
8. Sind Implantate erweiterungs-fähig?
Bereits eingeheilte und versorgte Zahnimplantate sind erweiterungsfähig. Jedoch muss die Suprakonstruktion (auf dem Implantat befestigter Zahnersatz) auf dem Implantat erneuert werden.
9. Was kosten Zahnimplantate?
Die Frage nach den Kosten steht oft schon zu Beginn eines Gespräches. Beantworten lässt sich die Frage erst, wenn der Umfang der Behandlung, die Vorstellungen und Wünsche des Patienten bekannt sind. Für Patienten, die nicht auf festsitzenden Zahnersatz verzichten müssen, bedeutet ein Zahnimplantat gewonnene Lebensqualität. Vor Behandlungsbeginn sollte ein Kostenvoranschlag erstellt werden. Privatversicherte Patienten sollten die Kostenerstattung bei ihrer Versicherung erfragen. Die gesetzlichen Krankenkassen gewähren einen Festzuschuss auf die prothetische Versorgung.
„Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und nicht den Wert.“ (Oscar Wilde)
Autor:
Herr Dr. Michael Becker
Arzt für Zahnmedizin, Fachzahnarzt für Oralchirurgie
Gassenäckerstr. 3
68775 Ketsch
Letzte Aktualsierung: 23.01.2012
Kommentare
Herr Dr. med. Christian Kinast 18.02.2012 20:48
Leider finde ich keine validen Daten zur Lockerung von Zahnimplantaten. Wie hoch ist die Lockerungsquote pro Überlebensjahr der Implantate ( Überlebensrate pro Jahr ). Ich selbst männlich 57J keine Allergien , Nichtraucher , keine Osteoporose, keine Paradontose, regelmäßige Zahnhygiene selbst und durch Dentalhygienikerin habe sowohl im Unterkiefer wie auch im Oberkiefer nach Sinuslift eine Lockerung des Implantates schon nach 1 Jahr erfahren. Auch der Wechsel im Unterkiefer hat 1 Jahr nicht überstanden Der Implantologe selbst sehr erfahren, renomiert mit Lehrtätigkeit kennt nicht den Grund der Lockerung. Alle Allergietests ohne Resultat . Inzwischen höre ich immer wieder von Patienten mit Lockerungsproblemen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das Thema Lockerung von Zahnimplantaten massiv unterschätzt wird. Wäre dankbar wenn, sie an Hand von validen Langzeitstudien hier darlegen würden, dass mein Eindruck keine wissenschaftliche Basis hat. Auch erschient mir, dass die perioperativen Risiken von der Implantologen massiv heruntergespielt werden. Wäre froh, wenn Sie % Zahlen von perioperativen Risken angeben könnten. Vielen Dank
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