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Herr Prof. Dr. med. Thomas Rabenstein 67346 Speyer
Facharzt für Gastroenterologie, Innere Medizin zur Fachartikel-Übersicht

Herr Prof. Dr. med. Thomas Rabenstein

Wie helfen Innovationen in der Endoskopie Patienten mit CED?

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Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU) werden als chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) zusammengefasst, die Durchfall, Bauchschmerzen und blutigen Stuhl verursachen können. Trotz aller Ähnlichkeiten handelt es sich um unterschiedliche Erkrankungen, wobei die CU regelhaft ausschließlich den End- und Dickdarm befällt, während sich der MC im gesamten Magen-Darm-Kanal manifestieren kann. Gemeinsam sind den CED die manchmal schwierige Diagnosestellung, der oft nicht vorhersehbare wiederkehrende oder chronische Verlauf und die Prinzipien der medikamentösen Behandlung.

 

Moderne endoskopische Methoden können nun speziell für Patienten mit CED besonders wichtig sein. Bei der CU werden nach langjähriger starker Entzündung des Dickdarms Gewebeveränderungen beobachtet, die Vorstufen von bösartiger Entartung (intraepitheliale Neoplasie, Dysplasie, DALM) oder sogar Krebszellen beinhalten können. Die hochauflösende Video-Endoskopie, ggf. unter ergänzender Anwendung von Vergrößerungs-Endoskopie (Magnifikation) und Chromoendoskopie (Anwendung von Farbstoffen zur Bild- oder Kontrastverstärkung) kann heutzutage sogar kleinste Gewebeveränderungen entdecken, die dann gezielt biopsiert  und unter dem Mikroskop weiter untersucht werden können. Das erhöht die Treffsicherheit der endoskopischen Diagnostik bei Reduktion des Aufwandes und des Risikos. Neuerdings kann die Chromoendoskopie auch ohne wirkliche Verwendung von Farbstoffen am Computer nachgeahmt werden (virtuelle Chromoendoskopie, z.B. computed virtual chromoendoscopy CVC). Durch den routinemäßigen Einsatz all dieser neuen Methoden können relevante Läsionen zuverlässiger erkannt werden. Die Konsequenz ist dann eine unmittelbare Therapieeinleitung ohne Zeitverzögerung. Aber auch bei der Therapie von Dysplasie, intraepithelialer Neoplasie und DALM gibt es vielversprechende Ansätze der lokalen endoskopsichen Therapie, so dass möglicherweise zukünftig nicht bei allen Patienten die sofortige operative Entfernung des gesamten Dickdarmes erforderlich sein wird.

 

Als Meilenstein der medizin-technischen Entwicklung ist die seit wenigen Jahren zur Verfügung stehende Dünndarmendoskopie anzusehen.

 

Endoskopie-Kapseln bewegen sich passiv durch den ca. 6 Meter langen Dünndarm und zeichnen einen zeitrafferähnlichen Film ihrer Reise auf. Bei vielen Patienten mit unklaren Schmerzen, Blutungen oder Durchfällen kann durch die Dünndarmendoskopie jetzt erstmals die Diagnose eines MC gestellt werden. Dies stellt die wesentliche Grundlage einer gezielten medikamentösen Therapie dar, die bislang ohne entsprechende Diagnostik versuchsweise eingeleitet werden musste. Auch Therapiekontrollen können durchgeführt werden.

 

Die direkte komplette Endoskopie des gesamten Dünndarmes ist seit ca. 5 Jahren möglich. Die Untersuchungsmethode nennt sich korrekt „Push-and-Pull“ – Enteroskopie in „Doppelballontechnik“. Besonders bemerkenswert ist dabei die Bildqualität der Dünndarm-Endoskope, die der heutzutage als Standard anzusehenden hochauflösenden Video-Endoskopie uneingeschränkt entspricht. Gleichzeitig ermöglichen diese Dünndarm-Endoskopie alle Arten von Behandlungsformen, die auch in Magen oder Dickdarm verwandt werden. Genau hiervon profitieren wiederum einige Patienten mit MC. Es ist bei Ausbildung von Engstellen im Dünndarm (Stenose) eine unmittelbare Abklärung möglich (entzündlich, narbig, Tumor) und es kann nachfolgend die optimale Therapieform gewählt werden (medikamentös, lokal-endoskopisch, operativ).


Autor:
Herr Prof. Dr. med. Thomas Rabenstein
Facharzt für Gastroenterologie, Innere Medizin
Hilgardstraße 26 67346 Speyer


Letzte Aktualsierung: 04.01.2011


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