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Herr Dr. med. Axel Grunewald 76133 Karlsruhe
Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologie) zur Fachartikel-Übersicht

Herr Dr. med. Axel Grunewald

Thrombosen

Beobachten

Eine tiefe Beinvenenthrombose (TVT) tritt nach Verschluss oder Teilverschluss im tiefen Venensystem durch ein Blutgerinnsel auf. Die Thrombose ist ein akutes und notfallmäßig behandlungsbedürftiges Krankheitsbild.

1. Ursachen

Langes Sitzen oder Liegen (Bettlägerigkeit) ohne Bewegung ermöglicht es dem Blut zu gerinnen. Operationen und Unfälle erhöhen die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Familiär vorkommende Störungen im Blut begünstigen die Thromboseeentstehung (AT III-Mangel, Protein S- oder C-Mangel, APC-Resistenz, um nur wenige zu nennen). Einnahme der Pille zur Verhütung (Ausnahme: sogenannte Minipille), Nikotin und Tumore können eine Thrombose auslösen.

2. Symptome

Plötzlicher Wadenschmerz, Schmerzen beim Auftreten oder Druck auf die Fußsohle, leichte Schwellung, Violettverfärbung und Überwärmung des Beines. Selten verläuft die Venenthrombose auch unbemerkt, klinisch stumm.

3. Diagnose

Untersuchungsbefund und Ultraschall, ggf. unterstützend eine Blutbestimmung und nur in Ausnahmefällen eine Phlebographie.

4. Behandlung

Damit sich die Thrombose nicht weiter entwickelt oder eine Lungenembolie entsteht, ist eine Gerinnungshemmung erforderlich. Diese erfolgt zuerst mit Injektionen von niedermolekularem Heparin unter die Haut. Gleichzeitig wird aber auch eine Tablettentherapie mit Phenprocoumon, einem blutverdünnenden Medikament, je nach Befund über ¼ bis ½ Jahr fortgeführt. Sobald die Tabletten Wirkung auf die Blutgerinnung zeigen (dies dauert ca. eine Woche) können die Injektionen abgesetzt werden.
Eine gleichzeitige Kompression der Beine durch z. B. einen Kompressionsstrumpf führt zu einem besseren Blutfluss und somit zu einer geringeren Gefahr der weiteren Thrombosebildung. Hochlagerung der Beine und Bewegung begünstigen einen schnelleren Transport des Blutes und verhindern damit eine neue Thrombosebildung.

5. Komplikationen

Bei einer Lungenembolie löst sich die Thrombose aus der tiefen Vene und wird mit dem Blutstrom zum Herzen und von dort in die Lungenstrombahn eingeschwemmt. Je größer die Thromboseausdehnung, desto gefährlicher ist diese Situation. Husten, eventuell blutiger Auswurf, Atemnot, das sind die Beschwerden, welche auf das Bestehen einer Lungenembolie hinweisen können. Durch körpereigene Reparaturmechanismen kommt es langfristig nach einer akuten Thrombose zu einer Rekanalisation der tiefen Vene. Dabei werden regelmäßig die Klappen der tiefen Venen geschädigt. Es verbleibt ein Rückstau im tiefen Venensystem. Hierdurch entsteht eine Überlastung der Venenklappen in den Verbindungsvenen und später im oberflächlichen Venensystem. Es kommt neben der Ausbildung von Krampfadern (sekundäre Varizen), zu umfassenden Bindegewebs- und Hautschäden. Etwa 30% der Patienten entwickeln innerhalb von 10 bis 15 Jahren nach einer Thrombose ein postthrombotisches Syndrom, etwa 8% ein Unterschenkelgeschwür.

6. Risiken der Thrombosetherapie

Hauptrisiko ist eine Blutung: Nasenbluten ist häufig ein Warnhinweis. Blutungsgefahr besteht bei operativen Eingriffen. Arzt und Zahnarzt müssen darauf aufmerksam gemacht werden, dass gerinnungshemmende Medikamente eingenommen werden.

7. Prophylaxemaßnahmen

Bewegung (auch bei Bettglägerigkeit)
Reichlich Flüssigkeit trinken
Pille falls möglich meiden
Nikotin meiden
Reisethrombose-Prophylaxestrümpfe auf Langflügen (>4h)


Autor:
Herr Dr. med. Axel Grunewald
Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologie)
Waldstr. 67 76133 Karlsruhe


Letzte Aktualsierung: 23.08.2010


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