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Herr Dr. med. Martin Kornmann
67105 Schifferstadt
Facharzt für Innere Medizin (Diabetologie)
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Sportmedizin - für wen ist was sinnvoll?
BeobachtenDer Stellenwert regelmäßiger körperlicher Aktivität ist unbestritten. Allerdings nehmen Bewegungsmangel und metabolisches Syndrom in unserer heutigen Zeit kontinuierlich zu. Es ist daher ärztliche Aufgabe den Menschen zu einer Änderung des Bewegungsverhaltens unter Berücksichtigung seiner Vorbefunde zu führen.
Darüber hinaus leistet die Sportmedizin, in Zusammenarbeit mit Trainern, Sportwissenschaftlern und Physiotherapeuten, einen wichtigen Beitrag in der Betreuung der aktiven Sportler.
Die Sportmedizin ist ein medizinisches Fachgebiet welches zunehmend interdisziplinär betrachtet wird. Neben internistischen und orthopädischen Fragestellungen sind regelmäßig auch kinderärztliche, neurologische, haut und augenärztliche Fragestellungen zu berücksichtigen.
Mit der Abnahme der körperlichen Aktivität haben in der letzten Zeit viele Zivilisationserkrankungen zugenommen. Ein wichtiger Begriff ist hier das „ metabolische Syndrom“. Es umfasst neben dem Taillenumfang das Vorhandensein von erhöhten Blutzuckerwerten, Blutdruck und Blutfetten. Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass das überschüssige und gespeicherte Fettgewebe Produktionsort vieler Substanzen ist welche auf unterschiedlichen Wegen gefäßschädigend wirken. Dies erklärt warum beispielsweise viele Erkrankungen oft bereits lange vor Manifestation eines Diabetes auftreten. Es muß daher unser Ziel sein durch Intensivierung des Bewegungsverhaltens und Ernährungsumstellung eine Verbesserung der Parameter des metabolischen Syndroms zu erreichen.
Vor Aufnahme der sportlichen Aktivität sollte eine strukturierte sportärztliche Vorsorgeuntersuchung stehen. Dies sollte entsprechend der Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention DGSP helfen latente oder bereits vorhandene Krankheiten zu entdecken, gesundheitliche Risiken zu meiden oder zu vermindern und sie sollte für jeden Sporttreibenden eine optimale Ausübung von Sport oder körperlicher Aktivität ermöglichen. Bei Athleten steht die Erkennung von Erkrankungen im Vordergrund welche bei extremer körperlicher Belastung potentiell lebensgefährlich werden können.
Die sportmedizinische Vorsorgeuntersuchung umfasst zum Einen eine strukturierte Anamnese, eine gründliche körperliche Untersuchung, EKG sowie bei entsprechenden Befunden oder Fragestellungen Spezialuntersuchungen wie Herzecho, Belastungs- EKG, Laktatleistungsdiagnostik, Labor usw. Bei Kaderathleten gelten ggf. spezielle Anforderungen der verschiedenen Sportverbände. Ziele der sportmedizinischen Leistungsdiagnostik sind Einschätzung der Belastbarkeit (Gesundheit), Beurteilung der Leistungsfähigkeit, Trainingssteuerung und -planung, Verlaufskontrollen, Prognoseerstellung und Talenterkennung. Im Ausdauersport stehen zur Einschätzung der Belastungsdosierung Formeln und Tabellen, subjektive Skalen, verschiedene Teste wie Walking Test, Cooper Test und PWC Test sowie (Spiro) Ergometrie mit Laktatdiagnostik zur Verfügung. Letztere gilt als „Goldstandard“ der sportmedizinischen Leistungsdiagnostik. Sie umfasst einen Belastungstest auf dem Rad, Laufband oder Ruderergometer mit stufenförmig ansteigender Belastung wobei verschiedene biologische Parameter (Leistung, EKG, Puls, Laktat und ggf. Atmung) gemessen werden. Sie erlaubt über die Bestimmung sog. „Schwellen“ eine genaue Erstellung von Trainingsplänen und eine exakte Überwachung und Steuerung des Trainings sodass eine Integration in die sportärztliche Gesundheitsdiagnostik möglich ist. Laktat ( Milchsäure) ist ein Zwischenprodukt des Stoffwechsels welches vielfältige Aufgaben hat. Es verbessert über eine Erweiterung von Gefäßen die Durchblutung, erleichtert die Sauerstoffabgabe im Gewebe, stabilisiert den Wasserhaushalt, hat Einfluß auf den Atemantrieb, ist Bestandteil der Zuckerneubildung und dient als Signalmolekül auf Zellebene.
Energiequellen des menschlichen Körpers sind in erster Linie Zucker (Kohlenhydrate), Fette und Eiweiße. Zucker und Fette können unter dem Einfluß von Sauerstoff (aerob) und ohne Laktatbildung (alactacid), Zucker auch ohne Sauerstoff (anaerob) und mit Laktatbildung (lactacid) abgebaut werden. Bei zunehmender Belastung lassen sich verschiedene „Schwellen“ und damit Bereiche darstellen, sodass Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel angesteuert werden können. Auf diesem Wege sind eine gezielte Trainingsteuerung sowie eine zunehmende Leistungssteigerung möglich. Vielfältige Faktoren können die Laktatkonzentration beeinflussen, so daß jeweils nur eine individuelle Beurteilung möglich ist.
Im Breiten- Freizeit- und Gesundheitssport sollte in erster Linie die aerobe Ausdauer verbessert werden. In einem Trainingsprogramm sollten darüber hinaus Geschicklichkeit, Schnellkraft, Reaktionsvermögen, Koordination und Bewglichkeit trainiert werden. Dazu sollen auch Elemente des Krafttrainings zB in Form strukturierter Gymnastik ggf. auch durch Gerätetraining integriert werden.
Bei Untrainierten hat es sich bewährt die Alltagsaktivitäten langsam zu steigern und dann bei langsamem Beginn zunächst Belastungsdauer und erst später Belastungsintensität zu steigern. Es wird empfohlen 3-4 mal pro Woche für 30-60 Minuten sportlich aktiv zu sein. Mittlerweile stehen eine Vielzahl von Angeboten zur Verfügung. Neben Reha- und Präventionsprogrammen wie Mobilis, Mobilis light, Herz- und Diabetessportgruppen bieten Vereine und Sportstudios mittlerweile unterschiedliche Möglichkeiten. Für alle Angebote gilt jedoch, dass eine sportärztliche Vorsorgeuntersuchung unabdingbare Voraussetzung zur Vermeidung von Gesundheitsrisiken ist.
Beginnen wir also unser Bewegungsverhalten zu ändern, denn es gilt: Sport ist Mord?, Nein, nur für den der nicht regelmäßig Sport treibt.
Autor:
Herr Dr. med. Martin Kornmann
Facharzt für Innere Medizin (Diabetologie)
Rehbachstraße 23
67105 Schifferstadt
Letzte Aktualsierung: 25.08.2010
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