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Herr Dr. med. Frank-Stephan Kurzen
75175 Pforzheim
Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
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Schwindel
BeobachtenSchwindel ist ein Symptom, welches vielerlei Ursachen haben und ab dem Erwachsenenalter gehäuft auftreten kann. Bei Schwindel, der häufig von Übelkeit und Brechreiz begleitet wird, sollte man zunächst einmal ruhig durchatmen, für Sauerstoffzufuhr sorgen und mit geöffneten Augen auf einen fixen Gegenstand starren. Meistens gibt es eine Körperposition in der sich der Schwindel am besten ertragen lässt. Neben Kreislaufproblemen, die sich oft durch Lagerung auf dem Rücken und Anheben der Beine beheben lassen, kommen vor allem Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr als Ursache in Frage. Man unterscheidet den anfallsweise auftretenden Schwindel vom Dauerschwindel. Bei oft durch Körpermanöver ausgelösten Formen des Lagerungs-Schwindels gilt es Störungen im Bereich der Bogengänge, die sich im Innenohr befinden, abzuklären. In einer bestimmten Körperposition kommt es zu einem falschen Alarm, da sich dann die Meldung aus dem erkrankten Innenohr und die Meldungen von den übrigen Sinnesrezeptoren wie Augen, den Bewegungsmeldern von den Gelenken, der Kommandozentrale im Hirn usw. widersprechen. Dies führt zum Symptom Schwindel.
Typischerweise verläuft der Lagerungsschwindel, der als häufigste Schwindelform gilt, nach einer Genesungsphase von 2-3 Wochen meistens im Sande. Als Behandlung kommen nach entsprechender HNO-Diagnostik Befreiungs- Manöver, die in der Sprechstunde eingeübt werden, und Lagerungsübungen in Frage. Selten gibt es länger währende Verläufe.
Analog zum Hörsturz, bei dem das im Innenohr befindliche Hörorgan einen plötzlichen, wahrscheinlich durch einen Virusinfekt oder eine Durchblutungsstörung, verursachten Funktionsverlust aufweist, kommt es beim Vestibularisausfall zum plötzlichen Ausfall des Gleichgewichtorgans. Vergleichen kann man dies mit einer austarierten Waage, bei der plötzlich auf einer Seite die Last entfernt wird. Dadurch entsteht heftiger, von Übelkeit und Brechreiz begleiteter Dauer-Schwindel. Dieser besteht über mehrere Tage. Zusätzlich kann auch ein Ohrgeräusch oder Hörverlust vorhanden sein. Erst eine otoneurologische HNO-Abklärung mit dem Nachweis eines krankhaften Augenzitterns (Nystagmus) führt sicher zur richtigen Diagnose. Bei der Reizung der Vestibularorgane mit Wasser kann man Tage bis Wochen später noch eine Untererregbarkeit der betreffenden Seite nachweisen. Zunächst lindern beruhigende und den Brechreiz bekämpfende Medikamente die Beschwerden – sobald sich der Zustand stabilisiert empfiehlt sich eine Cortisontherapie am besten durch den entsprechend versierten HNOFacharzt. Allmählich kann ein Übungsprogramm aufgenommen werden, bis sich meistens innerhalb einer Monatsfrist das Gleichgewicht wieder einstellt.
Weitere Formen des otogenen Schwindels sind der periodisch von Ohrgeräuschen und Höreinbußen begleitete Schwindel beim Morbus Meniere und Schwindel bei Traumen oder Erschütterungen der Ohren. Durch entsprechende weiterführende Untersuchungen sind Schwindelursachen im Bereich der Neurologie, Kardiologie oder auch Orthopädie abzuklären. Deshalb ist die enge Zusammenarbeit mit diesen Disziplinen unentbehrlich.
Autor:
Herr Dr. med. Frank-Stephan Kurzen
Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Kanzlerstr. 2-6
75175 Pforzheim
Letzte Aktualsierung: 23.08.2010
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