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Herr Dr. med. Axel Grunewald
76133 Karlsruhe
Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologie)
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Schwarzer Hautkrebs/ Melanom
BeobachtenDer schwarze Hautkrebs, das Melanom, ist ein bösartiger, von den pigmentbildenden Zellen der Haut ausgehender Tumor. Wie der Name sagt, ist er meist schwarz gefärbt, häufig aber auch dunkelbraun und selten rot oder hautfarben (sogenanntes amelanotisches Melanom). Ungefähr jedes dritte Melanom entsteht aus einem vorbestehenden zunächst gutartigen Leberfleck. Die Häufigkeit des malignen Melanoms hat auf der gesamten Welt stark zugenommen. So erkranken in Deutschland etwa 10.000 Einwohner pro Jahr. Besonders häufig tritt ein Melanom im 4. bis 5. Lebensjahrzehnt auf. Das maligne Melanom ist aufgrund einer raschen Metastasenbildung die gefährlichste Hautkrebserkrankung.
1. Risikofaktoren
Grundsätzlich kann jeder Mensch in jedem Alter an einem Melanom der Haut oder der Schleimhäute erkranken. Bei entsprechender Erbanlage, Hauttyp und wiederholter UV-Schädigung insbesondere durch Sonnenbrände in der frühen Kindheit kann die Melanomentstehung begünstigt sein. Eine familiäre Neigung ist bekannt. Hellhäutige, rothaarige Menschen haben ein erhöhtes Risiko. Große angeborene Pigmentmale stellen ebenfalls einen Risikofaktor dar. Menschen mit sehr vielen Leberflecken (über 50 Muttermale) sind gefährdet.
2. Verlauf
Der Früherkennung von auffälligen Pigmentmalen und Melanomen kommt eine ganz besondere Bedeutung zu. Die Gefahr, dass einzelne Pigmentzellen über den Blut- und Lymphweg abtransportiert werden, wird mit zunehmender Dicke (ab 0,75mm) des Melanoms größer. Von wenigen verstreuten Tumorzellen können sich Melanome in den Lymphknoten und in der benachbarten Haut ansiedeln. Bei Tochtergeschwülsten in anderen Organen wie der Leber, der Lunge oder dem Gehirn sind die Heilungschancen des malignen Melanoms ungünstig.
3. Diagnose
Melanome sind zum Teil bizarr geformte Flecken, die aus ineinander fließenden Braun- und Schwarztönen bestehen. Diese Pigmentveränderungen können sowohl im Hautniveau liegen, aber auch bereits kleine Knoten ausbilden. Für den Laien ist es oft schwer bereits kleine (< 1 mm) Melanome zu entdecken. Merkmale, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind, können mit einem Auflichtmikroskop erfasst und von harmlosen Veränderungen abgegrenzt werden. Besonders bewährt haben sich eine Dokumentation und Archivierung auffälliger Leberflecken mittels einer computergestützen digitalen Auflichtmikroskopie: So können Leberflecken im Verlauf kontrolliert und mit den Voraufnahmen verglichen werden. Gefährliche Veränderungen können damit rechtzeitig und sicher entdeckt werden. Eine weitere Verbesserung bei Vorhandensein von vielen Leberflecken ist das Body-Mapping, eine Methode, mit der man alle Körperteile in der Übersicht aufnehmen kann. Der Vergleich bei Wiedervorstellung zeigt wo neue Leberflecken aufgetreten sind, und ob sich die bereits bekannten Leberflecke verändert haben. Zur endgültigen Diagnose ist jedoch eine feingewebliche Untersuchung unbedingt erforderlich. Wenn bereits Tumorabsiedlungen in andere Organe eingetreten sein könnten, wird eine entsprechende apparative Diagnostik durchgeführt (z. B. Ultraschalluntersuchungen, Röntgenuntersuchungen, Computertomographie, Schildwächterlymphknoten- Biopsie).
4. Behandlung
Therapie der Wahl ist die Operation mit dem Ziel der vollständigen Entfernung des Melanoms. Auch Melanom-Metastasen können, sofern es sich um wenige Absiedlungen handelt, operativ entfernt oder auch gezielt bestrahlt werden. Wenn die komplette Entfernung einer Melanom-metastase möglich war, werden ergänzende Immuntherapien zur Stärkung der körpereigenen Tumorabwehr durchgeführt. Zu diesem Zweck haben sich so genannte Zytokine, Botenstoffe, die auch im Körper gebildet werden (insbesondere Interferone), am besten bewährt. Wenn der Tumor in ein Organ metastasiert ist, stehen verschiedene zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) zur Verfügung, die als Einzelsubstanzen oder in Kombination eingesetzt werden. Alle Patienten, bei denen die Diagnose eines Melanoms gestellt wurde, werden in den folgenden 10 Jahren je nach Tumorstadium in regelmäßigen Abständen von drei bis zwölf Monaten untersucht.
5. ABCD-Regel
Ungeachtet der regelmäßig durchzuführenden Melanomvorsorge-Untersuchungen sollten Sie beim Vorliegen mehrerer der folgenden Kriterien sofort Ihren Dermatologen aufsuchen:
A: Asymmetrie der Hautveränderungen mit ungleichen Seiten ist ein wichtiges Kriterium für ein Melanom
B: Unscharfe Begrenzung mit Ausläufern oder fransigen Rändern ist suspekt
C: Die Colorierung mit schwarzen, verschiedenen braunen oder rötlichen Farbtönen ist verdächtig
D: Ein Durchmesser über 0,5 cm sollte auf ein Melanom hin kontrolliert werden
6. Prophylaxemassnahmen
Vorsorgemaßnahmen müssen schon in
der Kindheit getroffen werden, denn
die Haut vergisst nichts. Bereits Kinder
sollen den richtigen Umgang mit der
Sonne erlernen:
Bei Hellhäutigkeit und Sonnenlichtempfindlichkeit
sich entsprechend zu
schützen
Dazu steht ein textiler Sonnenschutz
(T-Shirt, geeignete Kopfbedeckung,
Sonnenschirm) zur Verfügung
Lichtschutzmittel mit Lichtschutzfaktoren
sowohl im UVA- als auch im
UVB-Lichtbereich zu verwenden
Eine Sonnenexposition in den Mittagsstunden
zu vermeiden
Den sorgsamen Umgang mit künstlichen
Lichtquellen wie den Sonnenbänken
zu lernen
Zur Früherkennung regelmäßig die
Haut fachärztlich auf verdächtige Pigmentflecken
untersuchen zu lassen
Melanome können auch bei Berücksichtigung aller Vorsichtsmassnahmen sogar auf völlig von der Sonne geschützten Stellen entstehen. In einem frühen Stadium ist das Melanom aber vollständig heilbar. Um eine gefährliche Entwicklung des Melanoms zu verhindern ist es zur Prophylaxe daher besonders wichtig, ihn so frühzeitig wie nur möglich zu entdecken und einer Behandlung zugänglich zu machen.
7. Häufig gestellte Fragen
Ist das maligne Melanom heilbar?
Ja, sofern die Diagnose frühzeitig
gestellt wird.
Gibt es Ernährungsempfehlungen
beim Melanom?
Nein! Es gibt keine sinnvolle „Melanomdiät“.
Besteht Anspruch auf einen Schwerbehinderten-
Ausweis i. F. eines
Melanoms?
Ja, wenn das Melanom die Oberhautschicht
durchbrochen hat, besteht
Anspruch hierauf.
Können angeborene Muttermale zu
Melanomen entarten?
Ja, angeborene Muttermale können
zu einem Melanom entarten. Das
Entartungsrisiko steigt mit der Größe
des Muttermals.
Autor:
Herr Dr. med. Axel Grunewald
Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologie)
Waldstr. 67
76133 Karlsruhe
Letzte Aktualsierung: 23.08.2010
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