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Herr Dr. med. Hartmuth Heckert 76829 Landau
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe zur Fachartikel-Übersicht

Herr Dr. med. Hartmuth Heckert

Schwangerschaftsvorsorge

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1. Einführung

Die Zahl der Geburten nimmt in Deutschland – wie im übrigen Europa auch- ständig weiter ab. Heute hat jede Familie im Durchschnitt 1,3 Kinder. Zum Erhalt der Bevölkrungszahlen wären allerdings 2,1 Kinder notwendig.

Vor diesem Hintergrund ist es um so wichtiger, dass jedes Kind möglichst optimal zur Welt kommt. Die Sorge dafür beginnt bereits in der Frühschwangerschaft. Mit den modernen Ultraschallgeräten lassen sich ab der 5. SSW (Schwangerschaftswoche) bereits Herztöne und ab der 9. SSW Kindsbewegungen nachweisen.

Die SSW werden übrigens vom ersten Tag der letzten Regelblutung gerechnet, d.h. in der 5. SSW ist das Kind tatsächlich erst 3 Wochen alt. Bereits bei der ersten Ultraschall- Untersuchung kann man feststellen, ob es sich um eine Einlings- oder Mehrlingsschwangerschaft handelt und ob Mehrlinge eine gemeinsame oder getrennte Fruchthöhle oder Placenta (Mutterkuchen) besitzen.

2. Nutzen

Ebenso kann man sehr früh klären, ob sich die Schwangerschaft regelkonform in der Gebärmutter oder etwa außerhalb der Gebärmutter eingenistet hat. Nachdem diese Dinge geklärt sind, wird ein Mutterpass ausgestellt, in dem im Verlauf der Schwangerschaft alle Untersuchungsergebnisse eingetragen werden. Zunächst handelt es sich um die Untersuchungsergebnisse von Blutgruppe, Rhesus- Faktor, irregulären Antikörpern, Röteln-Titer, HBsAG (Hepatitis B), Ausschluß einer Chlamydieninfektion. Empfehlenswert aber nicht vorgeschrieben sind ferner Untersuchungen auf HIV, Toxoplasmose, Varicellen (Windpocken), evtl. auch CMV (Cytomegalie) und B-Streptokokken

Bei einigen der oben genannten Erkrankungen handelt es sich um Infektionen, die für das Kind gefährlich sind, d.h. sie können Missbildungen oder gar den Tod des werdenden Kindes auslösen - oder eine Fehl- und Frühgeburt verursachen. Es ist den Neonatologen heute zwar möglich, bereits sehr kleine bzw. junge Kinder – ab Ende der 23. SSW – am Leben zu erhalten, aber die Gefahr neurologischer Schäden bei diesen Kindern ist enorm groß, abgesehen von den hohen Behandlungskosten solcher Kinder.

3. Schwangerschaftsvorsorge

Am Anfang der Schwangerschaftsvorsorge (oder Mutterschaftsvorsorge) wird mit dem Arzt ein sehr ausführliches Gespräch geführt, bei dem u.a. auf notwendige Verhaltensregeln hingewiesen wird. Verboten sind in der Schwangerschaft Nikotin, Alkohol und andere Drogen; außerdem ist der Genuß von rohem Fleisch (u.a. Salami und roher Schinken), rohem Fisch (u.a. Räucherlachs oder Sushi) sowie Rohmilchprodukten nicht erlaubt. Ansonsten kann die Schwangere sich wie sonst ernähren. Sport ist erlaubt, außer Kraftsport, Kampfsport, Mannschafts- und Leistungssport. Sofern Katzen im Haushalt leben, darf die Schwangere das Katzenklo weder reinigen noch bei der Reinigung im selben Raum sein (Gefahr der Übertragung einer Toxoplasmose). Bei den Folgeuntersuchungen – zunächst alle 4 Wochen, ab der 32. SSW dann alle 2 Wochen – werden Gewicht, Blutdruck und Urin untersucht (Stichwort Gestose, im Volksmund Schwangerschaftsvergiftung). Daneben wird auf Wassereinlagerungen (Oedeme) und Krampfadern geachtet und ein Abstrich aus dem Scheidensekret zum Ausschluß von bakteriellen oder Pilzinfektionen angefertigt; ferner wird der PH-Wert in der Scheide überprüft. Ein PH-Wert über 4.4 kann bakterielle Infektionen begünstigen, die zu einer Frühgeburt führen. Ultraschall- Untersuchungen sind zwischen der 9. bis 12., 19. bis 22. und 29. bis 32. SSW vorgeschrieben. CTG’s (Cardio- Toko-Gramme, zu Deutsch Herzton- und Wehenkurven) werden ab der 28. SSW regelmäßig geschrieben.

4. Blutzucker- Belastungstest

Zwischen 25. und 27. SSW sollte ein Blutzucker – Belastungstest durchgeführt werden, der allerdings derzeit noch nicht von allen Kassen bezahlt wird. Mit diesem Test kann man einen Gestationsdiabetes feststellen, d.h. eine schwangerschaftsbezogene Zuckererkrankung bei der die Kinder besonders groß werden, weil die Bauchspeicheldrüse des Kindes für die Mutter mit arbeitet. Die Größe dieser Kinder führt oft zu Geburtskomplikationen, außerdem geraten diese Kinder nach der Geburt rasch in eine Unterzuckerung, weil die kindliche Bauchspeicheldrüse nicht schnell genug merkt, dass sie nur noch für den Körper des Neugeborenen produzieren muss. Dazu kommt, dass Mütter mit einem Gestationsdiabetes wesentlich stärker gefährdet sind, im späteren Leben einen manifesten Diabetes zu bekommen (die Wahrscheinlichkeit liegt 50% höher).

5. 3D/4D Ultraschall

Das Alter der schwangeren Frauen ist im Gegenteil zu früheren Zeiten stark angestiegen und rückt somit die Erkennung von Fehlbildungen immer mehr in den Mittelpunkt. Der Grund des erhöhten Fehlbildungsrisikos bei älteren Schwangeren liegt darin, dass die Frau alle Eizellen bereits mit auf die Welt bringt, währen die Spermien beim Mann ständig neu gebildet werden. Dank der modernen 3D/4D Ultraschallgeräte können die Ultraschalluntersuchungen noch wesentlich verfeinert durchgeführt werden und das Erkennen von Fehlbildungen wird somit erleichtert.

6. Fruchtwasserpunktion

Daneben gibt es die Fruchtwasserpunktion (Amniocentese), die speziell Frauen über 35 J. empfohlen wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass durch die Amniocentese eine Fehlgeburt ausgelöst wird, ist sehr gering (Risiko 0,5- 1%). Will man dieses Risiko ganz vermeiden, gibt es noch den Double-Test. Hier werden die Nackentransparenz des Kindes gemessen (auch Nackenfalte genannt) sowie zwei Blutwerte bestimmt. Mit diesen Werten lässt sich eine Wahrscheinlichkeitsberechnung für drei Trisomien (13,18 und 21 = Mongoloismus/Down Syndrom) anstellen. Bei einer Amniocentese können dagegen alle Chromosomen genau untersucht und beurteilt werden. Die Entscheidung ob überhaupt und wie intensiv nach Missbildungen gefahndet wird, liegt selbstverständlich bei den werdenden Eltern.

7. Zusammenfassung

Zum Glück überwiegen die komplikationslosen Schwangerschaften und die Geburten gesunder Kinder sind immer noch die Regel. Die Zeit der Schwangerschaft ist für die meisten Frauen eine sehr positive Erfahrung, in der die Vorfreude auf das neue Familienmitglied überwiegt. Der Arzt wird die werdenden Eltern in der Regel gegen Ende der Schwangerschaft über die entsprechenden Krankenhäuser, die für die Geburt in Frage kommen, beraten. Anhand der Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen wird er das geeignete Klinikum empfehlen; dabei bieten oft kleinere Häuser eine individuellere und eine persönlichere Betreuung.

 


Autor:
Herr Dr. med. Hartmuth Heckert
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
Marktstraße 35 76829 Landau


Letzte Aktualsierung: 25.08.2010


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