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Herr Dr. med. Stefan Denk
76437 Rastatt
Facharzt für Radiologie, Nuklearmedizin
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Prävention in der Radiologie
BeobachtenDie Radiologie dient in der Medizin seit ihren Anfängen im 19. Jahrhundert der Erkennung von Krankheiten. Es war zunächst im Wesentlichen das Röntgen, mit dessen Hilfe unterschiedliche Erkrankungen entdeckt wurden. Bald wurden Röntgenstrahlen zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil der Traumatologie. An Prävention wurde zu diesem Zeitpunkt der Geschichte in der Radiologie noch nicht gedacht.
Der größte Nachteil des Röntgens ist seine schlechte Niedrigkontrastauflösung. Dadurch ist es kaum möglich außer Knochen und Luft andere organische Gewebearten von einander zu differenzieren. Für die Prävention oder Früherkennung von Krankheiten ist das Röntgen daher kaum einsetzbar.
Dies änderte sich Ende des letzten Jahrhunderts mit der technischen Weiterentwicklung der Computertomographie und vor allem der Magnetresonanztomographie (MRT). So entwickelten sich speziell in der MRT Untersuchungsmethoden, mit deren Hilfe Erkrankungen erkennbar wurden, deren klinische Manifestation noch nicht eingetreten ist.
1. Erkrankungen der Arterien - Schlaganfallvorsorge:
Im Kopf ist es möglich bereits kleinste umschriebene Arterienausweitungen, sogenannte Aneurysmen, zu erkennen. Diese können vererbt werden, treten jedoch häufig auch spontan auf. Wenn ein Aneurysma einreißt, kommt es zu einer Hirnblutung. Dies geht mit einem Vernichtungskopfschmerz einher. In den meisten Fällen kommt es zu erheblichen bleibenden neurologischen Defiziten. In vielen Fällen endet eine solche Blutung tödlich. Diese Aneurysmen können präventiv bereits im Frühstadium lokalisiert werden und auch vor einem möglichen Blutungsereignis therapiert werden.
Bei Personen mit atherogenen Risikofaktoren kann es zu Engstellen (sogenannten Stenosen) an den unterschiedlichsten Körperorganen kommen. Zu den atherogenen Risikofaktoren gehören vor allem Rauchen, hoher Blutdruck, Diabetes mellitus, Adipositas und erhöhte Blutfettwerte. Präventiv sollten diese Risiken behandelt werden. Wenn dies nicht ausreichend gelingt, treten an bestimmen Körperregionen gehäuft Stenosen auf.
An der Halsschlagader ist eine hochgradige Stenose mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle verbunden. Im Bauchraum kann es bei Aneurysmen zur Ruptur kommen. Bei beiden Erkrankungen bietet sich ab einem bestimmten Erkrankungsstadium präventiv eine entsprechende Therapie an. Stenosen im Verlauf der Becken-Beinarterien führen zur Durchblutungsstörung, der sogenannten Schaufensterkrankheit.
Alle diese Erkrankungen können entweder einzeln oder zusammen mit Hilfe der MRT nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Im Kopf kann selbstverständlich nebenbei auch noch ein Hirntumor bzw. ein abgelaufener Infarkt ausgeschlossen werden. Auch der Nachweis einer Mikroangiopathie, die auf ein erhöhtes Hirninfarktrisiko hinweist, ist möglich.
2. Erkrankungen der Lungen - Risiko durch Rauchen
Rauchen verursacht in der Lunge durch die Entstehung von schädlichen Stoffen (Noxen) destruktive Prozesse. Dabei ist die Verletzlichkeit der Lunge bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgebildet. Je nach Ausprägung der Abwehrmechanismen kann sich schon nach mehreren Jahren eine Lungenüberblähung (Emphysem) zeigen. Das Emphysem ist mit Hilfe der Computertomographie in „low dose“- Technik mit geringer Strahlenbelastung bereits in einem frühen Stadium sichtbar. Da kein Raucher weiß, ob er anfällig gegenüber einem Emphysem ist, kann die CT präventiv zur Ermittlung dieses Risikos dienen. Rauchen ist der wichtigste Faktor für die Entstehung des Lungenkrebses (Bronchialcarzinom). Mit Hilfe des „low dose“- CT´s gelingt es, diesen Tumor bereits in einem Frühstadium zu erkennen, in dem er meist operativ vollständig entfernt werden kann.
3. Früherkennung von Erkrankungen der Bauch- und Beckenorgane
Die MRT ist die sensibelste Methode um morphologische Veränderungen der Leber zu erfassen. Dabei können auch die kleinsten Herde oft eindeutig einer Diagnose zugeordnet werden. An der Bauchspeicheldrüse, die oft im Ultraschall kaum eingesehen werden kann, ist ein Tumorausschluss präventiv mit größter Sicherheit möglich. Die Darstellung und Beurteilbarkeit der Gallenblase und Gallengänge ist mit Hilfe der MRT am übersichtlichsten. Spezielle Gallengangserkrankungen können mit Ausnahme einer Spiegelung (ERCP) nur mit der MRT identifiziert werden. Selbstverständlich können auch Gallensteine in der Gallenblase oder im Gallengang nachgewiesen werden. Nierentumore sind ebenfalls mit der MRT bereits in einem sehr frühen Stadium diagnostizierbar, in dem sie praktisch immer asymptomatisch sind.
Lymphknotenerkrankungen können aufgrund der übersichtlichen Darstellung ausgeschlossen oder nachgewiesenwerden. Unterschiedlichste Erkrankungen im Becken können festgestellt werden, auch Erkrankungen des knöchernen Beckens und z. T. des Knochenmarks sind mit der MRT sicher nachweisbar.
4. Darmvorsorge-Dickdarmtumorausschluss
Der Dickdarmkrebs ist in den Industrieländern eine der häufigsten Todesursachen bei Krebserkrankungen und betrifft überwiegend Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Bislang wurde zum Ausschluss eines solchen Tumors präventiv stets eine Darmspiegelung durchgeführt. Mittlerweile gibt es jedoch zahlreiche Studien, die belegen, dass auch eine sogenannte virtuelle Koloskopie in der Prävention sinnvoll und deutlich weniger belastend für den Menschen ist. Das Risiko einer Darmperforation ist wesentlich geringer. Nach entsprechender Vorbereitung und Darmreinigung, die wie bei einer Darmspiegelung durchgeführt wird, ist es möglich den Darm mit Hilfe der virtuellen Koloskopie zu untersuchen. Mit über 90% Sicherheit können im Dickdarm Tumore ab 1 cm Durchmesser entdeckt werden. Dabei sind Tumore in dieser Größe in der weitaus größeren Anzahl noch gutartig und werden erst später bei zunehmendem Größenwachstum bösartig. Präventiv werden diese jedoch bereits in diesem Stadium entfernt.
5. Osteoporose
Mit Hilfe der Computertomographie
kann die Knochendichte exakt und reproduzierbar
genau bestimmt werden.
Bei der überlagerungsfreien Darstellung
der Wirbelkörper ist die sogenannte
Spongiosa und der darin befindliche
Calciumgehalt genau messbar. Damit
ist es möglich die Frakturgefährdung
bei Stürzen und die spontane Frakturgefahr
präventiv abzuschätzen.
Die Messung ist außer einer minimalen
Strahlenbelastung für den Organismus
nicht belastend und kann insbesondere
bei Menschen im mittleren Lebensalter
frühzeitig auf eine eventuelle Gefährdung
in späteren Lebensjahren hinweisen.
6. Brustkrebsvorsorge
Die Brustkrebsvorsorge findet in
Deutschland präventiv hauptsächlich
zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr
statt. Eine beträchtliche Zahl an Frauen
bekommt den Brustkrebs jedoch schon
vor dem 50. Lebensjahr und eine noch
größere Anzahl nach dem 70. Lebensjahr.
Auch in diesen Lebensabschnitten
ist die Mammographie und Mammasonographie
hervorragend im Sinne einer
Prävention geeignet den Krebs bereits
in einem asymptomatischem Frühstadium
zu entdecken.
Anders ist die Situation bei Frauen, bei
denen ein erhöhtes familiäres Risiko
vorliegt oder gar eine Hochrisikosituation
gegeben ist. Bei diesen Frauen ist
die MRT der Brust die Untersuchung,
die bei weitem am Wahrscheinlichsten
kleine bösartige Tumoren und die Vorstufen
des Brustkrebs (DCIS, CLIS)
entdeckt.
Autor:
Herr Dr. med. Stefan Denk
Facharzt für Radiologie, Nuklearmedizin
Niederwaldstr. 23/1
76437 Rastatt
Letzte Aktualsierung: 23.08.2010
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