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Herr Prof. Dr. med. Gerhard Rümenapf
67346 Speyer
Facharzt für Allgemeine Chirurgie, Gefäßchirurgie
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Gefässchirurgie
BeobachtenIm menschlichen Körper gibt es drei Gefäßsysteme, die erkranken können: Arterien, Venen und Lymphbahnen. Am bedrohlichsten sind Verschlussprozesse der Schlagadern, die meist durch Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) bedingt ist. Im Alter über 65 Jahre haben bis zu 25 % aller Menschen eine arterielle Verschlusskrankheit der Beinschlagadern. Jeder 20. Mann über 60 Jahre hat eine Aussackung der Bauchschlagader (Aortenaneurysma). Jährlich erleiden über 40.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall aufgrund von Engstellen der Halsschlagadern (Carotis-Stenosen). Die Arteriosklerose der Herzkranzarterien führt in Deutschland jährlich zu ca. 300.000 Herzinfarkten.
Risikofaktoren für die Arteriosklerose sind: Alter, Bluthochdruck, hohe Blutfette, Rauchen und Diabetes mellitus. 40% der Erwachsenen haben Bluthochdruck, und in Deutschland gibt es mittlerweile über sechs Millionen Zuckerkranke. Unterstützt durch die Überalterung unserer Gesellschaft führt dies zu einer explosiven Zunahme an gefäßkranken Patienten. Das hat der Gefäßmedizin enormen Auftrieb und einen hohen Stellenwert verschafft. Über 60.000 Amputationen werden pro Jahr in Deutschland durchgeführt, ein Großteil davon aufgrund von Durchblutungsstörungen der Beine von Diabetikern.
Jeder dritte Erwachsene leidet an „Krampfadern“. Thrombosen der tiefen Beinvenen sind gefährlich und führen häufig zu Lungenembolien. Eine Million Menschen in Deutschland haben „offene Beine“. Auch Erkrankungen der Lymphgefäße nehmen zu. Durch die chronischen Beinschwellungen kommt es zu Entzündungen (Lymphangitis), was bis zur Sepsis und zum Beinverlust führen kann.
Angiologen und Gefäßchirurgen kümmern sich um all diese Patienten. Auch Diabetologen sind zwangsläufig Gefäßmediziner, da sämtliche Späterkrankungen des Diabetes mellitus Gefäßkrankheiten sind (Herzinfarkt, Schlaganfall, diabetisches Fußsyndrom). Der Angiologe sieht das breiteste Spektrum an Gefäßerkrankungen, macht eine gezielte Diagnostik und filtert Patienten heraus, die er konservativ behandeln kann. Besonders wichtig ist die farbkodierte Duplexsonographie, die eine sehr präzise Beschreibung der Körpergefässe liefert, zB für die Planung einer Operation. Die Radiologie bietet moderne bildgebende Verfahren an, insbesondere die Kernspin-Angiographie. Sie liefert mittlerweile sehr präzise Darstellungen der Becken- und Beinschlagadern, ohne den Patienten mit jodhaltigen Kontrastmitteln oder Strahlung zu belasten. Goldstandard ist digitale Subtraktionsangiographie, die sich allerdings bei Nierenfunktionsstörungen ebenso verbietet wie die Kernspin-Angiographie. Der Gefäßchirurg beseitigt Engstellen oder Verschlüsse der Hals-, Bauch-, Becken- und Beinschlagadern. Dabei hat er eine Vielzahl von Operationsmethoden zur Verfügung, zB. Ausschälplastik, Ersatz geschädigter Arterien durch Gefäßprothesen oder die Umgehung von Engstellen durch einen Bypass. Letztere können bis zum Fuß hinunter reichen. Zunehmend werden arterielle Verschlussprozesse aller Gefäßregionen durch Aufdehnung oder Stentung behandelt. Hier teilen sich interventionelle Angiologen, Radiologen und Gefäßchirurgen die Arbeit. Das breiteste Behandlungsspektrum haben Gefäßchirurgen, die off ene Chirurgie mit den interventionellen Verfahren im Operationssaal kombinieren (sog. Hybrideingriffe). Krampfader-Chirurgie ist Teil des ambulanten gefäßchirurgischen Alltags. Komplizierte Krampfadern, Rezidive oder Chirurgie am tiefen Beinvenensystem sollten spezialisierten stationären gefäßchirurgischen Einheiten vorbehalten bleiben.
Im yourfirstmedicus Online-Portal bzw. im regionalen yourFirstmedicus Ärzteführer Vorderpfalz finden Sie Spezialisten und Einrichtungen, die die Diagnostik und Behandlung von Gefäßkrankheiten kompetent beherrschen. Dabei ist wichtig, dass sich Spezialisten verschiedener Fachgebiete untereinander verständigen, um die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen. Ein solches interdisziplinäres, zertifiziertes Gefäßzentrum, ist das Oberrheinische Gefäßzentrum Speyer-Mannheim mit den Standorten Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer und Diakoniekrankenhaus Mannheim.
Autor:
Herr Prof. Dr. med. Gerhard Rümenapf
Facharzt für Allgemeine Chirurgie, Gefäßchirurgie
Hilgardstraße 26
67346 Speyer
Letzte Aktualsierung: 25.08.2010
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