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Arzt-/Klinikname, Fachbereich, Symptom

PLZ, Ort, Bundesland

Herr Dr. Klaus Huntenburg 76829 Landau
Facharzt für Hämatologie und Onkologie, Gastroenterologie, Innere Medizin zur Fachartikel-Übersicht

Herr Dr. Klaus Huntenburg

Darmkrebs

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1. Bedeutung

Darmkrebs ist eine häufige Erkrankung. In Deutschland erkranken jährlich ca. 60.000-70.000 Menschen. Es handelt sich bei Frauen um die zweithäufigste und bei Männern um die dritthäufigste Krebserkrankung.

2. Vorsorge

Die Gefahr an Darmkrebs zu erkranken wird herabgesetzt durch eine ballaststoffreiche Kost, viel Gemüse und Obst (5 x täglich - „take five“) sowie eine möglichst geringe Menge an Kohlehydraten und rotem Fleisch. Rauchen sowie wenig Bewegung (empfohlen sind mind. 4 x/Woche 30 min. Ausdauerbelastung) erhöhen das Risiko.

Die geeignete Vorsorgeuntersuchung ist die Vorsorgekoloskopie, mit der nach statistischen Überlegungen bis zu 90% der Darmkrebserkrankungen verhindert werden könnten (im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung möglich ab dem 55. Lebensjahr).

Einfach, jedoch weniger effektiv ist die Untersuchung des Stuhlgangs auf Blutbeimengungen (möglichst immunologisches Testverfahren) mit einer allerdings nur geringen Rate an entdeckten Polypen.

3. Krankheitszeichen

Die Vorstufen von Darmkrebs (Darmpolypen) entstehen über viele Jahre in aller Regel ohne Beschwerden. Die Krankheitszeichen von Darmkrebs wie Veränderungen von Stuhlgewohnheiten, Blutarmut, Bauchschmerzen und Gewichtsabnahme sind oft erst in späteren Krankheitsphasen spürbar.

4. Diagnostik

Bei Verdacht auf bzw. nach Diagnosestellung
- Koloskopie:
Entscheidende Untersuchungsmethode mit der Möglichkeit von Gewebsentnahmen und der Abtragung von Darmkrebsvorstufen (Polypen). Die Untersuchung sollte komplett durchgeführt oder 3-6 Monate nach erfolgter Operation nachgeholt werden, um Zweittumore zu erkennen bzw. auszuschliessen.
- Computertomographie (CT) / Kernspintomographie (MRT):
Geeignet zur Darstellung fortgeschrittener Stadien, nicht geeignet zur Erkennung von frühen Krankheitsphasen bei Darmkrebs. Als „virtuelle Koloskopie“ auch für frühe Stadien geeignet, allerdings ohne die Möglichkeit der Gewebsentnahme oder Polypenabtragung.

Bei bereits festgestellter Darmkrebserkrankung werden in der Regel folgende Verfahren zur Stadieneinteilung durchgeführt:
- Koloskopie, Ultraschalluntersuchung des Oberbauches, evtl. CT oder Z, Röntgenuntersuchung des Thorax, Tumormarker-Bestimmung CEA.
- Endosonografie bei Mastdarmkrebs

5. Stadieneinteilung (UICC-Stadien)

Stadium I:
Auf den Darm beschränkter kleiner Tumor ohne Eindringen in tiefere Schichten der Darmwand.

Stadium II:
Auf den Darm begrenzter Tumor mit Eindringen in tiefere Schichten der Darmwand ohne Lymphknotenbefall.

Stadium III:
Tumor mit Lymphknotenbefall.

Stadium IV:
Tumorabsiedlungen (Metastasen) in anderen Organen zB Leber, Lunge, Knochen.

6. Behandlung

Stadium I:
- Alleinige Operation bzw. endoskopische Polypektomie. In Einzelfällen ist eine endoskopische Entfernung bei kleinem Tumor und von der Gewebsuntersuchung her niedrigem Risiko ausreichend. Im Regelfall wird eine in den Leitlinien genau festgelegte standardisierte Operation je nach Sitz des Tumors durchgeführt.

Stadium II:
(ohne Lymphknotenbefall):
- Operation als onkologische Darmresektion nach standardisiertem Verfahren.
- Begleitende Chemotherapie 4-8 Wochen nach Operation nur bei Risikofaktoren (Einzelfallbesprechung mit dem Onkologen und Chirurgen).

Stadium III
(mit Lymphknotenbefall):
- Operation als onkologische Darmresektion nach standardisiertem Verfahren und adjuvante (begleitende) Chemotherapie. Beginn der Chemotherapie 4-8 Wochen nach Operation, Dauer ca. 6 Monate.

Ziel der Behandlung ist es, nach kompletter Entfernung des Tumors die Rückfallgefahr (Rezidiv) zu senken. Dabei werden Chemotherapiemedikamente in Form von Infusionen in die Vene verabreicht (meist über ein ambulant eingesetztes Portsystem).
Bei einem reduzierten Allgemeinzustand und schweren Begleiterkrankungen kann alternativ eine Behandlung in Tablettenform erfolgen.
Seit Einführung einer adjuvanten Chemotherapie ist es gelungen die Häufigkeit der Rezidive um ca. 1/3 zu senken. Allein durch diese Behandlung können ca. 5.000 Menschenleben/ Jahr in Deutschland gerettet werden (dies entspricht in etwa der Zahl der Verkehrsopfer).

Stadium IV
(mit Metastasen):
- Operation als standardisierte onkologische Darmresektion nach Diskussion der Befunde in einer Tumorkonferenz als Einzelfallentscheidung.
- Wenn eine komplette Entfernung aller Tumorabsiedlungen (Metastasen) in anderen Organen (meist Leber und/oder Lunge) möglich ist, sollte dies kurzfristig erfolgen.
- Ist eine komplette operative Entfernung aller Metastasen nicht möglich sein, wird eine Kombinationsbehandlung mit Antikörpern und Chemotherapie empfohlen.
- Möglicherweise kann dadurch eine Verkleinerung der Metastasen erreicht und in zweiter Linie eine operative Entfernung mit dem Ziel der Heilung erfolgen (neoadjuvante Therapie).
- In vielen Fällen kann durch die Antikörper – und Chemotherapie ein Stillstand oder eine Rückbildung der Erkrankung erreicht werden. Das Behandlungsziel ist eine Verlängerung der Lebenszeit, eine Linderung der Tumorsymptome und somit eine Verbesserung der Lebensqualität (palliative Therapie).
- Zur Verabreichung der Antikörperund /oder Chemotherapie wird häufig ein Portsystem eingesetzt.

Sonderfall Rektumkarzinom
(Mastdarmkrebs):
- Bösartiger Tumor in der Höhe von 0-16 cm (manche Autoren nennen 0-12 cm) ausgehend vom Schließmuskel.

Stadien II und III
(Rektumkarzinom):
- Nach erfolgter Stadieneinteilung durch Endoskopie, Endosonografie (Ultraschalluntersuchung im Darm), MRT Becken und Röntgen Thorax wird im Stadium II und III eine kombinierte Radio- Chemotherapie bereits vor der Operation durchgeführt (neoadjuvant). Nach der anschliessend durchgeführten Operation wird meist noch eine adjuvante Chemotherapie angeschlossen. Diese ist ambulant zu verabreichen.
- Durch die neoadjuvante Behandlung wird der Tumor oft verkleinert und ist in Einzelfällen überhaupt nicht mehr nachweisbar. Die Rückfallgefahr am Ort des Tumorentstehens wird deutlich reduziert. Manchmal ist erst durch diese Vorbehandlung eine operative Behandlung mit Wiederherstellung der Darmkontinuität und Verzicht auf ein Stoma („künstlicher Darmausgang“) möglich.

7. Begleittherapien

Neben der persönlichen Betreuung durch einen Arzt/Ärztin (Onkologen) als konstanter Ansprechpartner sind Begleittherapien in Form von evtl. Schmerztherapie, Blutübertragungen, Zusatzernährung bei Gewichtsabnahme (bis hin zur kompletten Ernährung über die Vene) zu Hause möglich.
Bei Befall der Knochen wird eine Behandlung mit knochenstabilisierenden Substanzen (Bisphosphonaten) durchgeführt.

8. Nachsorge

Auch durch die geschilderten modernen Zusatzbehandlungsverfahren kann ein Rückfall nicht in jedem Fall verhindert werden. Da in vielen Fällen eine Heilungsmöglichkeit besteht, ist eine standardisierte Nachsorge entsprechend den aktuellen Leitlinien mit zunächst vierteljährlichem, dann halbjährlichem Abstand über insgesamt 5 Jahre nach der Operation erforderlich.

9. Spezielle medizinische Versorgungseinrichtungen

Die komplexe Betreuung bei Darmkrebserkrankung sollte in spezialisierten Einrichtungen erfolgen.
Die Schwerpunktpraxis Landau bietet eine Versorgung von der Vorsorgekoloskopie, Polypenentfernung und präoperativen Stadiendiagnostik bis hin zur Organisation einer evtl. Operation oder Bestrahlung und Durchführung aller aktuell empfohlenen Antikörper- und Chemotherapien sowie Begleittherapien und die Durchführung einer standardisierten Nachsorge an.

 


Autor:
Herr Dr. Klaus Huntenburg
Facharzt für Hämatologie und Onkologie, Gastroenterologie, Innere Medizin
Bornbachstraße 18a 76829 Landau


Letzte Aktualsierung: 24.08.2010


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