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Herr Prof. Dr. med. Curt Diehm
76307 Karlsbad
Facharzt für Kardiologie, Innere Medizin, Angiologie
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Angiologie
BeobachtenWir sind heute konfrontiert mit einer besorgniserregenden Zunahme von Gefäßerkrankungen. Die demographische Entwicklung fordert zudem ihren Tribut. Herz-/Kreislauf-Erkrankungen sind bei Frauen und Männern die häufigste Todesursache in den westlichen Ländern. Die führenden atherothrombotischen Komplikationen sind die koronare Herzkrankheit, die zerebralen Durchblutungsstörungen und die periphere arterielle Verschlusskrankheit.
Die Zahlen sprechen für sich…
In Deutschland werden heute etwa 60 000 Amputationen wegen peripheren arteriellen Durchblutungsstörungen
(PAVK, Schaufensterkrankheit) durchgeführt. Jeder 5. Patient im Alter ab 65
Jahren hat eine manifeste periphere Verschlusskrankheit. Man kann davon ausgehen, dass etwa
1,2 Millionen Menschen in Deutschland eine Schaufensterkrankheit haben. Die betroffenen Patienten
haben ein hohes Herzinfarkt– und Schlaganfallrisiko. Die PAVK wird deshalb auch als eine
Marker-Erkrankung für ein hohes kardiovaskuläres Risiko bezeichnet.
Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache. Wir registrieren 150.000 bis 200.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Die tiefe Beinvenenthrombose ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung. Jährlich erkranken in Deutschland 100.000 Menschen an einer Venenthrombose. Mehr als 900.000 haben ein postthrombotisches Syndrom. Mehr als 40.000 Menschen sterben an den Folgen einer akuten Lungenembolie.Bei einer rapide alternden Bevölkerung mit einer gesteigerten Anzahl von Diabetikern (mehr als 6 Millionen Menschen in Deutschland haben heute schon eine Zuckerkrankheit) werden die Amputationsraten weiter zunehmen, wenn nicht energisch entgegengesteuert wird. Bekanntlich sterben 80 % aller Typ 2 – Diabetiker an den Folgen einer Herz– und Gefäßerkrankung. Venenerkrankungen gehören nach Erhebungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den häufigsten Krankheiten überhaupt. Jede zweite Frau und jeder vierte Mann haben Krampfadern. Ca. 800.000 Patienten leiden an einem offenen venösen Beingeschwür (Ulcus cruris venosum). Gefäßentzündungen gelten sowohl in der Theorie als auch in der Praxis als schwer zu handhabende Krankheiten. Wahrscheinlich sind es die schwierigsten Gebiete in der Medizin überhaupt. Dennoch gibt es hier größte Fortschritte und diese komplexen Krankheiten haben in den Händen von Gefäßspezialisten viel von ihrem Schrecken verloren.
Wir kennen die Risikofaktoren für Gefäßkrankheiten sehr genau. Wir wissen um die Bedeutung des Zigarettenrauchens, der erhöhten Blutfette, der schlecht eingestellten Zuckerkrankheit. Wir bekommen aber diese Risikofaktoren weder in der Primärprävention noch in der Sekundärprävention in den Griff. Angiologen, Gefäßchirurgen und Phlebologen stellen die zentrale Kompetenz für gefäßkranke Menschen dar. Angiologen sind internistische Fachärzte, die sich im Schwerpunkt mit Arterien, Venen und Lymphgefäßen befassen. Es braucht aber auch Gefäßchirurgen, Radiologen, Diabetologen für die umfassende Versorgung von Gefäßpatienten. Komplexe gefäßmedizinische Patienten werden am besten in zertifizierten interdiziplinären Gefäßzentren behandelt. Es hat sich gezeigt, dass die fächerübergreifende Zusammenarbeit von Gefäßexperten ein optimales Behandlungsergebnis bringt.
Der internistische Angiologe nimmt eine Schlüsselrolle mit seinem umfassenden Knowhow ein. Er ist verantwortlich für die abklärende Diagnostik, er behandelt die Ursachen der Gefäßkrankheit (Risikofaktorenmanagement) und er stellt die Weichen für den Behandlungsplan. Auch die kompetente Nachbetreuung von operierten oder mit Ballon/Stent behandelten Patienten gehört zu den wichtigen Aufgaben von Angiologen.
Autor:
Herr Prof. Dr. med. Curt Diehm
Facharzt für Kardiologie, Innere Medizin, Angiologie
Guttmannstr. 1
76307 Karlsbad
Letzte Aktualsierung: 25.08.2010
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