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Frau Dr. med. Steffi Schwarz
67227 Frankenthal
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin
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Akupunktur
Beobachten1. Geschichte
Die Akupunktur ist eine Behandlungsform der Traditionellen Chinesischen Medizin ( TCM ). Die Ursprünge der Akupunktur reichen bis 10.000 Jahre vor Christus zurück, als man begann mit Steinnadeln und Bambussplittern Schmerzen zu lindern. Die zunehmende klinische Erfahrung wurde anhand der Prinzipien der taoistischen Philosophie (Qi, Yin und Yang, 5 Wandlungsphasen) systematisiert und zu einer ganzheitlichen Medizin ausgebaut. Seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts findet die Akupunktur in Europa und in Deutschland immer grössere Verbreitung.
In der chinesischen Medizin ist der Mensch gesund, wenn seine Lebensenergie (Qi) mit ihren Anteilen Yin und Yang in Harmonie ist. Das Gleichgewicht von Yin (Dunkel) und Yang (Hell) bestimmen den freien Fluss der Lebensenergie bei uns Menschen. Diese beiden Kräfte symbolisieren den dynamischen Gegensatz, dem alles Leben zugrunde liegt, wie Nacht und Tag, Passivität und Aktivität, Ruhe und Bewegung, das Innere und das Äussere. Aus dieser Idee des sich immer neu formenden Gleichgewichts entwickelte die Chinesische Medizin ihre Auffassung der Krankheitsentstehung und der Erhaltung der Gesundheit. Geraten Yin und Yang aus der Balance löst dies Krankheit aus. Auslöser der Disharmonie können verschiedene innere oder äussere Faktoren oder eine Kombination davon sein: angeborene Konstitution, belastende Emotionen, Umweltfaktoren, falsche Ernährung, körperliche und seelische Traumen, Drogen (Alkohol, Tabak, chemische Medikamente).
2. Chinesische Lehre
Die chinesische Lehre der Akupunktur (Chi) geht davon aus, dass die Lebensenergie in bestimmten Leitungsbahnen, den sogenannten Meridianen, durch den Körper fliesst. Dabei tritt die Energie an bestimmten Punkten, den Akupunkturpunkten, an die Körperberfläche und kann dort beeinflusst werden. Dieses Fließsystem ist ein Netztwerk von Kanälen, das nicht nur die Akupunkturpunkte, sondern über innere Verläufe, auch die inneren Organe miteinander verbindet, die somit ebenfalls durch Akupunktur beeinflusst werden können.
3. Behandlung
Es gibt über 360 Akupunkturpunkte, 12 Hauptmeridiane, die jeweils spiegelbildlich auf beiden Körperseiten angelegt sind, 8 Extra-Meridiane und eine Reihe von sogenannten Extrapunkten.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, auf die Akupunkturpunkte einzuwirken. Sticht man Nadeln in sie ein, wird dies als Akupunktur bezeichnet, ausserdem kann man sie durch Wärme (Moxibustion), Laserstrahlen, Ultraschall oder auch durch Druck mit dem Finger (Akupressur) stimulieren. Durch Reizung der Akupunkturpunkte wird der Organismus gezielt dazu angeregt sich selbst wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Akupunktur kann Störungen beheben, Zerstörtes aber nicht reparieren. Bei chronischer Arthrose kann sie die Knorpelschädigung nicht rückgängig machen, sie kann aber die schmerzhafte Funktionseinschränkung der Muskeln und Bänder in diesem Bereich verbessern.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Liste von Erkrankungen veröffentlicht, die mit Akupunktur erfolgreich behandelt werden können, zum Beispiel:
Erkältungskrankheiten, Bronchitis, Asthma bronchiale, Kolitis, Kopfschmerzen, Migräne, Enuresis nocturna (Bettnässen), Schulter-Arm- Syndrom, Tennisellenbogen und Ischialgie (Hexenschuss).
Im Allgemeinen hat sich gezeigt, dass Störungen wie Schmerzzustände (akut und chronisch), Allergien, Heuschnupfen, Schlaflosigkeit, Raucherentwöhnung sehr gut auf Akupunktur ansprechen. Das Ziel einer Behandlung ist es den ganzen Menschen zu behandeln und nicht eine lokale Krankheit. Jede Störung hat eine individuelle Entwicklung und ist mit der persönlichen Geschichte des Menschen verbunden. Deshalb erfordert jeder Patient eine andere Therapie, obwohl er „äusserlich“ mit der gleichen Diagnose vorstellig wird. Grundsätzlich gilt, je länger eine Erkrankung besteht, desto länger dauert die Behandlung. Bei chronischen Erkrankungen lässt sich häufig erst nach 5 Sitzungen, im Abstand von einer Woche, die Behandlungsdauer abschätzen, da dann die individuelle Reaktionsbereitschaft des Patienten besser zu erkennen ist. Viele Patienten verspüren bereits nach den ersten Behandlungen eine Verbesserung des Allgemeinbefindens (ausgeglichenere Stimmungslage), weniger Schmerzen.
Grundsätzlich gibt es keine Altersbeschränkung für die Akupunktur. Auch Babys und Kleinkinder können mit dem völlig schmerzfreien Akupunkturlaser behandelt werden. Grössere Kinder ab ca. 8 Jahren tolerieren die Akupunkturnadeln in der Regel sehr gut. Der geringe Schmerz beim Einstich der sehr feinen Nadel ist vergleichsweise viel schwächer als derjenige, wenn der Arzt Blut abnimmt oder eine Spritze gibt. Die Anzahl der verwendeten Akupunkturnadeln richtet sich nach der Symptomatik des Patienten. In der Regel verbleiben die Nadeln 30 Minuten, manchmal auch länger. Bei Kindern bis ca. 20 Minuten.
Eine fachgerecht durchgeführte Akupunktur hat in der Regel keine Nebenwirkungen. Durch die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers können kurzfristig Symptome verstärkt werden, die jedoch rasch wieder abklingen.
Die Heilung verläuft meist von innen nach aussen, so dass verstärkt Ausscheidungen über Haut, Stuhl und Urin möglich sind. Oft tritt nach der Akupunktur eine angenehme Entspannung auf, manchmal auch Müdigkeit und ein Schlafbedürfnis. Nach der Behandlung soll viel Wasser getrunken werden und körperliche Anstrengung vermieden werden. Durch Mitarbeit kann der Patient langfristig die positive Wirkung der Akupunkturbehandlung unterstützen, indem er eine gesunde Lebensführung anstrebt.
Autor:
Frau Dr. med. Steffi Schwarz
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin
Erzbergerstr. 15
67227 Frankenthal
Letzte Aktualsierung: 24.08.2010
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