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Moderator - yourfirstmedicus.de 76133 zur Artikel-Übersicht
LASIK
BeobachtenIn Deutschland leiden etwa 50 Prozent der Menschen unter Sehschwierigkeiten und müssen deshalb entweder eine Brille oder Kontaktlinsen tragen, um sich im Alltag zurechtzufinden. Viele Menschen empfinden das Tragen einer Brille beziehungsweise von Kontaktlinsen jedoch als störend und unästhetisch, da diese Sehhilfen den Träger in manchen Situationen einschränken und diese eine gewisse Pflege benötigen. Aus diesen und weiteren Gründen wünschen sich viele Betroffene oftmals ein Leben ohne Sehhilfe in Form von Brillen und Kontaktlinsen. Eine LASIK-Augenlaserbehandlung kann diesen Wunsch erfüllen, da durch diese Behandlung der Sehfehler dauerhaft korrigiert werden kann. Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass sich Augenlaserbehandlungen wie die der LASIK in erster Linie für kurzsichtige Menschen mit einer Sehschwäche bis zu -10 Dioptrien, weitsichtige bis etwa +4 Dioptrien und stabsichtige bis zu -3 Dioptrien eignen.
LASIK steht für Laser In Situ Keratomileusis und ist momentan die populärste Methode in der refraktiven Chirurgie. Vorteil dieser Lasermethode ist, dass der Patient nach der Behandlung sofort schmerzfrei ist und scharf sehen kann. Da die Operation unter der schmerzunempfindlichen Hornhaut vorgenommen wird und das Epithel (Netzhaut), im Gegensatz zur LASEK-Methode, nicht nachwachsen muss nach dem vorgenommen Eingriff. Durch den operationsbedingten Hornhauteinschnitt ist das Risikopotential jedoch entsprechend höher als bei den anderen Augenlaseroperationen. Da bei der LASIK-Methode der vorgenommene Einschnitt nicht wieder richtig anwächst.
Durchführung der LASIK-Operationsmethode
Bei der LASIK-Operation wird zuerst die Hornhautdicke mittels Ultraschall-Pachymeter – Messgerät zur Messung der Hornhautdicke – gemessen. Ist die bestimmte Hornhautdicke ausreichend, wird mit einem Hornhauthobel (Mikrokeratom) oder einem Femtosekundenlaser (siehe auch Femto-LASIK) eine dünne Lammelle (sogenannten Flap) von der Hornhaut einseitig gelöst und inklusive des schmerzempfindlichen Epithels zur Seite geklappt. Auf dem darunter liegenden Gewebe wird dann mittels Laser die Korrektur vorgenommen, indem die Kollagenfasern (Hornhautzellen) aufgespalten und abgespalten werden. Nach Ende des LASIK-Eingriffs wird die Hornhautlamelle wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückgeklappt und entsprechend positioniert. Im Normalfall verwächst das Epithel im äußeren Bereich des Flaps ohne weitere Probleme. Komplett verwachsen ist die gesamte Schnittfläche jedoch erst nach mehreren Wochen beziehungsweise Monaten. Bei der Augenkrankheit Keratokonus ist die Anwendung der LASIK-Methode leider nicht möglich. Geeignet für eine LASIK sind Betroffene mit einer Sehschwäche von maximal 10 bis +4 Dioptrien sowie einer Hornhautdicke von ≥ 500 µm.
Unterschiedliche Studien haben die Ergebnisse der LASIK-Methode langfristig untersucht und kamen zu folgenden positiven Ergebnissen. Laut einer Studie der Johann Wolfgang Goethe Universität konnten bis zu 95 Prozent der LASIK-Behandelten nach einem Jahr ihr altes optimales Sehvermögen wiedererlangen. Auch die restlichen 5 Prozent, die sich ihre Augen per LASIK lasern ließen, konnten ihre Sehfähigkeit zumindest deutlich verbessern. Für ein optimales und langfristiges Ergebnis einer LASIK-Behandlung spielen natürlich mehrere Faktoren eine große Rolle, darunter fallen unter anderem die Auswahl des Arztes und Klinik sowie das Ausmaß der Fehlsichtigkeit.
Femto-LASIK
Bei der Femto-LASIK wird im Gegensatz zur klassischen LASIK der sogenannte Flapschnitt nicht mit einem computergesteuerten Mikrokeratom (mechanischer Hobel) ausgeführt, sondern mit einem Femtosekundenlaser, der ultrakurze Lichtpulse von wenigen 100 Femtosekunden aussendet. Dieser wird auch einfach als Laserskalpell bezeichnet. Vor der eigentlichen Femto-LASIK-Behandlung wird ein Fixationsring mit einem Kontaktglas auf das Auge gesetzt, über den computergesteuert Laserpulse in einer vorausberechneten Tiefe einen Laserschnitt erzeugen. Die Laserimpulse erzeugen kleine Gasblasen von etwa 10 bis 30 Mikrometern und trennen das Hornhautgewebe in einer optisch festgelegten Schichttiefe. Ähnlich wie bei der klassischen LASIK wird die Fehlsichtigkeit durch Schleifen der Hornhaut mit dem Excimer-Laser korrigiert. Am Ende der Operation wird die vordere Hornhaut ebenfalls wieder zurückgeklappt (siehe klassische LASIK). Daraufhin saugt sie sich fest und verschließt die Hornhaut wieder.
Ein erheblicher Vorteil gegenüber der klassischen LASIK ist, dass bei der Femto-LASIK die Operation bei einem fehlerhaften Schnitt unter- beziehungsweise abgebrochen werden kann, weil die Blasen nach einigen Minuten diffundieren und die Hornhaut wieder zur Ausgangsform zurückfindet. Zudem sind Flapschnitte, die mit dem Femtosekundenlaser durchgeführt werden präziser als solche, die mit dem mechanischen Mikrokeratom ausgeführt werden. Besonders weitsichtige Augen haben eine nicht mittig zur Hornhaut stehende Pupillenposition. Bei der Femto-LASIK wird der Saugring auf die Mitte zentriert. Da es bei der optischen Korrektur oft auf jeden Millimeterbruchteil ankommt, ist das ein weiterer großer Vorteil gegenüber der klassischen LASIK.
Risiko einer LASIK-Behandlung
Hauptrisiko einer LASIK stellt der Flap während und nach der Operation dar. Das Risiko ist trotzdem als sehr gering anzusehen, da nur bei etwa einem Prozent der behandelten Patienten durch LASIK Komplikationen während der Operation auftreten. Der Flap hält nach dem Eingriff über adhäsive Kräfte. Die Schnittstelle wird kurz nach der LASIK-Operation wieder durch den Epithel überwuchert, außer der Epithel wächst in den Flapspalt hinein, was aber problemlos durch den behandelnden Arzt behoben werden kann. Das Anheben des Flaps ist selbst noch nach sieben Jahren möglich. Eher selten sind sogenannte Dislokationen mit nur geringer äußerer Einwirkung (Reiben am Auge, Kontaktlinsen). Häufiger sind Sportverletzungen, Kontakt mit Haustieren oder Autounfälle mit Airbag-Auslösung. Nur bei korrekter Behandlung durch einen Spezialisten kann im Unglücksfall wieder ein akzeptabler Visus hergestellt werden. Zudem treten in seltenen Fällen nach der durchgeführten LASIK sogenannte Halos (Blendeffekte) auf. Diese verschwinden aber meistens nach wenigen Tagen. Langfristige Störungen dieser Art, die mehrere Monate anhalten, werden nur vereinzelt beklagt. Trockene Augen treten dagegen häufiger auf, können aber durch spezielle Augentropfen effektiv behandelt werden.
Nachsorge
Schmerzen treten nach der LASIK-Behandlung eher selten auf. Die Sehschärfe sollte ebenfalls nach etwa zwei Tagen wieder vollständig hergestellt sein. Der Patient sollte in den ersten Tagen nach der Augenkorrektur darauf achten, seine Augen nicht zu reiben. Außerdem sollte in den ersten Tagen nach der LASIK aufgrund von Licht- und Blendeempfindlichkeit des Auges auf Nachtfahrten mit dem Auto verzichtet werden.
Der Arzt führt normalerweise einen Tag nach der Laserbehandlung eine erste Nachuntersuchung durch. Zudem muss der Patient mehrere Tage lang in verschiedenen Abständen entzündungshemmende Augentropfen verwenden. Um einen optimalen Behandlungserfolg zu gewährleisten, sollte der Patient gewisse Vorsichtsmaßnahmen beachten. Zu diesen gehört unter anderem, das Auge für mindestens eine Woche nicht zu reiben. Auch ist zum besseren Schutz durch die erhöhte Lichtempfindlichkeit, das Tragen einer Sonnenbrille zu empfehlen. Sportliche Aktivitäten können normalerweise nach etwa einer Woche wieder aufgenommen werden, jedoch sollte je nach Art der sportlichen Aktivität ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Kosten einer LASIK-Behandlung
Die Kosten für eine LASIK entscheiden in vielen Fällen darüber, ob eine Augenlaserbehandlung überhaupt vom Patienten finanzierbar ist, die Wahl der Augenlaser-Klinik und des Arztes ist deshalb ein entscheidender Faktor. Die Kosten der LASIK werden von den gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich nicht getragen. Private Krankenkassen übernehmen je nach Art der Versicherungsleistung die entstandenen Kosten teilweise. Die Kosten für eine LASIK-Behandlung liegen im Durchschnitt zwischen 750 bis 2000 Euro. Diese Kostenangabe kann je nach Augenklinik, Dauer des Krankenhausaufenthaltes etc. natürlich stark variieren.
Die hier aufgeführten Kosten und Versicherungsleistungen sind spekulativ und aus reinen Informationsgründen hier aufgeführt. Anfallende Kosten sollten immer mit der Versicherung beziehungsweise mit einem Arzt besprochen werden.
Dieser Text soll einen kurzen Einblick über das Thema LASIK geben und hat keinen Anspruch auf wissenschaftliche oder sonstige Vollständigkeit. Für ausführliche Informationen zum Thema LASIK sollte ein entsprechender Facharzt zu Rate gezogen werden.
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Letzte Aktualsierung: 22.02.2011
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