Facharzt für Orthopädie
Hindenburgstr. 20
71083 Herrenberg
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Osteopathie

1.    Einleitung

Was ist Osteopathie? Bei welchen Erkrankungen kann man Osteopathie anwenden? Ist Osteopathie etwas für mich? Wo finde ich einen Osteopathen? Zu diesen Fragen werde ich versuchen kurz und prägnant Stellung zu nehmen, um interessierten Patienten die Osteopathie näher zu bringen. Die Osteopathie ist eine Therapieform aus den Vereinigten Staaten von Amerika, dort schuf durch Selbstbeobachtung und Selbstversuche ein Bauer, Krämer, Pfarrer und Arzt namens Still die Grundlagen der Osteopathie. Er baute eine Schule für Osteopathie auf und erarbeitete ein umfassendes Behandlungsschema, das bis heute gelehrt wird.

2.    Anwendung der Osteopathie

Das Besondere der Osteopathie ist die Betrachtung des Körpers als Ganzes. Im Vordergrund steht die Vorstellung der Tensegrity, die Vorstellung, dass der Körper ein Modell von Spannung und Gegenspannung ist, dieses Gleichgewicht ermöglicht die Bewegung an sich und das Stehen. Funktionelle Probleme in diesem Gleichgewicht verursachen eine lokale Bewegungseinschränkung, welche, um das gesamte System in seiner Beweglichkeit nicht zu beeinträchtigen, gegenläufig ausgeglichen wird. Dies führt über kurz oder lang zu einer zunehmenden Einschränkung des Systems, Ausgleich verlangt Ausgleich, das kennt jeder, der bereits eine sogenannte Blockade in der Wirbelsäule hatte. Die Osteopathie zielt darauf ab diese funktionellen Beschwerden zu beseitigen, dabei gibt es viele Techniken, die auch dazu führen, dass keine Behandlung durch einen Osteopathen der eines anderen gleicht. Die bekannteste Therapieform ist sicher die craniosacrale Therapie. Wichtig ist dabei zu beachten, dass funktionelle Beschwerden sich nicht nur an der Wirbelsäule oder den Gelenken äußern, sondern auch in inneren Organen, Muskeln, Sehnen und Faszien, die alle Organe im Körper überziehen. Zusammenfassend lässt sich die Osteopathie also nur bei funktionellen Beschwerden nachhaltig einsetzen.

3.    Osteopathie – Möglichkeiten des Einsatzes

Das ist die Überleitung zu ihren Möglichkeiten des Einsatzes. Osteopathie kann also bei allen funktionellen Beschwerden angewendet werden, diese umfassen die klassischen Probleme, wie Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule oder Schwindel. Zudem zählen Kopfschmerzen, Druckgefühl auf dem Magen, Krämpfe in der Bauchregion, Menstruationsschmerzen, Stress ebenfalls zu dem Anwendungsbereich der Osteopathie. Das Erfassen der Zusammenhänge ist entscheidend. Deshalb ist oft ein Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen und Periodenschmerz oder tiefsitzender Rückenschmerz mit Kaiserschnittnarbe festzustellen. Eine Behandlung nur einer Einschränkung führt nicht zur Lösung des Problems, sondern nur zur kurzfristigen Besserung der Beschwerden. Dies gilt auch für die Anwendung der Osteopathie bei strukturellen Problemen, sprich Arthrose oder Narben. Hier kann die Osteopathie das Problem nicht lösen, sondern nur die umliegenden funktionellen Einschränkungen lösen und die Beweglichkeit wieder verbessern, aber eben nicht auf Dauer. Osteopathie kann immer nur so gut sein, wie der Patient sich selbst seines Körpers annimmt und dafür sorgt, dass die vorhandene Muskulatur ausgeglichen ist und auch regelmäßig trainiert wird.

4.    Zielgruppe der Osteopathie

Für wen ist Osteopathie

- für Patienten, die gerne auf medikamentöse Therapie und Spritzen verzichten möchten, die einen ganzheitlichen Ansatz schätzen und dabei auf ihren Körper achten

- für Sportler die manchmal durch geringe Verkürzungen oder Bewegungseinschränkungen in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt sind

- für die Kopfschmerzpatientin mit Schwindel und wenig Zeit, die eine schnelle Lösung braucht, aber auf Dauer keine Schmerztabletten einnehmen möchte


5.    Fazit

Osteopathie ist eine Selbstzahlerleistung, die von vielen privaten Krankenkassen übernommen wird. Osteopathen gibt es inzwischen in vielen Städten. Die Ausbildung dauert meist fünf Jahre und es gibt sowohl Physiotherapeuten als auch Ärzte mit dieser Ausbildung. Die entscheidende Frage ist, mit welchem Therapeuten und seiner osteopathischen Technik der Patient am besten zurecht kommt.