Facharzt für Neurologie
Gutleutstr. 14a
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Karpaltunnelsyndrom

Beim Karpaltunnelsyndrom kommt es zu einer Druckschädigung des Mittelnervs (Nervus medianus) im Bereich des Karpaltunnels.

Der Karpaltunnel ist ein knöchern-bindegewebiger Kanal, durch den der Mittelnerv und die Beugesehnen führen. Durch eine Einengung des Karpaltunnels wird der Mittelnerv geschädigt. Meistens liegt eine vorbestehende relative anatomische Enge vor; wenn dann zusätzlich im Karpaltunnel ein Schwellungszustand auftritt, z. B. durch eine mechanische Überlastung, eine Sehnenscheidenentzündung oder einen knöchernen Bruch, kommt es zu Beschwerden. Auch können Stoffwechselerkrankungen (z. B. eine Zuckerkrankheit) oder eine Schwangerschaft diese Schwellungszustände auslösen und entsprechend Beschwerden verursachen.

1. Häufigkeit

Es ist das häufigste Kompressionssyndrom eines peripheren Nervs. Ca. 5-10% der Bevölkerung haben ein mehr oder weniger behandlungsbedürftiges Karpaltunnelsyndrom. Frauen sind dreimal bis viermal häufiger betroffen als Männer. Vorwiegend ist das mittlere und höhere Lebensalter betroffen.

2. Beschwerden

Typisch ist das Einschlafen der Hände, besonders nachts. Aber auch tagsüber bei bestimmten Handhaltungen wie beispielsweise Telefonieren, Radfahren oder Autofahren kommt es zum Einschlafen der Hände. Durch „Ausschütteln“ der Hände werden diese Beschwerden gelindert. Das Einschlafen betrifft überwiegend den Mittelfinger, später auch Daumen und Zeigefinger, ferner treten oft zusätzlich Schmerzen auf, die in den gesamten Arm ausstrahlen können. Insbesondere nachts können die Missempfindungen zu Schlafstörungen führen. Durch eine nächtliche Ruhigstellung des Handgelenks mittels einer Handgelenksschiene können die Missempfindungen gelindert werden (siehe auch Behandlung). Bei zunehmender Schädigung kommt es zu einem Dauerkribbeln im Bereich der Finger („Finger kribbeln ständig“). Beim weiteren Fortscheiten kann es zu Ausfallserscheinungen kommen. D.h. die Finger sind immer taub, kein Aufwachen mehr, das Feingefühl kann fehlen (z. B. „kann keine Knöpfe mehr schließen“). Der Verlauf kann sehr unterschiedlich sein. Es gibt viele Patienten, die über längere Zeit nur sehr geringe Beschwerden und auch längere Phasen ohne Beschwerden haben.

Es erfolgen eine neurologische Untersuchung und eine Messung der Nervenleit- geschwindigkeiten. Das Ausmaß und der Ort der Schädigung werden damit festgestellt.

4. Behandlung

Bei leichten Beschwerden wird mit einer nächtlichen Handgelenksschiene behandelt. Falls durch die nächtliche Schienung keine Besserung zu erreichen ist oder schon anhaltende Ausfallserscheinungen vorliegen (die Finger sind immer taub), empfiehlt sich eine Operation. Dieser Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung und kann ambulant durchgeführt werden. Anschließend ist eine kurzfristige Schonung erforderlich.