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Kardiologie

Herzkreislaufkrankheiten wurden in den letzten 50 Jahren zur führenden Krankheits- und Todesursache in der westlichen Welt. Mit der Erkenntnis aus großen Langzeitstudien können heute Risikoprofile mit Berechnung der statistischen Wahrscheinlichkeit, in den nächsten zehn Jahren einen Herzinfarkt zu bekommen, individuell erstellt werden.

Bei niedrigem Risiko und fehlenden Beschwerden würde man im Rahmen der Vorsorge eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, eine Duplexuntersuchung der gehirnversorgenden Halsgefäße und ein Belastungs- EKG durchführen.

Bei höherem Risiko und einer Angina pectoris käme zusätzlich eine Stressechokardiographie, Myokardszintigraphie, Stress- Cardio- MR, virtuelle Coronarangiographie oder letztlich auch die Herzkatheteruntersuchung in Frage.

Fände sich dann eine koronare Herzerkrankung wird neben der medikamentösen Versorgung eine Wiederherstellung der lokalen Durchblutung über einen Herzkatheter mit Ballontechniken, Stentimplantationen oder ggfs. auch eine Bypassoperation angestrebt.

Zu den Folge- bzw. Spätschäden einer koronaren Herzerkrankung können trotz wiederhergestellter Durchblutung bedeutsame Störungen der Herzmuskelfunktion mit Zeichen der Herzinsuffizienz und auch bedrohlichen Rhythmusstörungen gehören.

Auch hier hat eine optimierte medikamentöse Therapie die Prognose und auch die Lebensqualität der Patienten ganz wesentlich verbessert. In Einzelfällen mit schwerer Funktionsstörung können spezialisierte Herzschrittmacher die Funktion des Herzmuskels durch eine verbesserte Synchronisation von linker und rechter Herzkammer optimieren (CRT- Systeme) und vor schwerwiegenden Rhythmusstörungen wie Kammerflimmern schützen (AICD- Systeme).

Auf Grund der demographischen Entwicklung finden sich neben der koronaren Herzerkrankung auch zunehmend häufig schwere degenerativ bedingte Herzklappenfehler.

Die Herzchirurgie hat bei degenerativ bedingten Herzklappenfehlern in den letzten zehn Jahren erhebliche Fortschritte zu verzeichnen und neue z. T. minimal- invasive und damit auch besser verträgliche Operationstechniken entwickelt. Bei schwer kranken Patienten mit hohem Operationsrisiko können neue Herzklappen auch mittels Herzkatheter eingesetzt werden.

Eine große Gruppe der Patienten in kardiologischen Zentren stellen Menschen mit angeborenen oder erworbenen Rhythmusstörungen dar.

Auch hier ist eine rasante Entwicklung in Diagnostik und Therapie zu verzeichnen. Neben Langzeit- EKG- Untersuchungen, implantierbaren miniaturisierten Langzeit- EKGs können heute in Zentren mit spezialisierten Herzkathetern Rhythmusstörungen meist definitiv klassifiziert werden.

Bei langsamen Rhythmusstörungen steht eine große Palette an Herzschrittmachern zur Verfügung.

Gesellschaftlicher Konsens sollte sein, protektiv ein körperlich aktives Verhalten mit vernünftiger Ernährung vor allem schon bei Kindern und Jugendlichen zu fördern, um dies im Erwachsenenalter dann auch beizubehalten. So könnte die Erkrankungshäufigkeit an Arteriosklerose minimiert werden.

Für die Betreuung der Patienten mit Herzerkrankungen ist die Kardiologie schon heute gut gerüstet. Weitere, spannende Entwicklungen sind abzusehen.