Kirchstr. 33
72622 Nürtingen
Herr-dr-med-jochen-balbach

Kardio- MRT oder Kernspintomographie des Herzens

1. Kardio- MRT oder Kernspintomographie des Herzens,was ist das?
Kardio- MRT (MagnetResonanzTomographie), auch unter dem Begriff Kernspintomographie des Herzens bekannt, ist ein Verfahren zur Erzeugung von Bildern des Herzens. Das Prinzip zur Bilderzeugung in der MRT beruht auf der Einbringung des Körpers in ein starkes Magnetfeld. Durch Einsenden von Radiowellen wird im Körper ein Signal erzeugt, welches durch einen leistungsfähigen Computer zu einem Bild umgerechnet werden kann.
Im Gegensatz zu anderen bildgebenden Verfahren, wie etwa der Computertomographie, das konventionelle Röntgen oder nuklearmedizinische Techniken, entsteht bei der Kardio- MRT keine Strahlenbelastung.

2. Hat die Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens Nebenwirkungen?
Die Kardio- MTR/ Kernspintomographie des Herzens ist eine sehr sichere und nebenwirkungsarme Untersuchung. Seit dem ersten klinischen Einsatz sind keine Langzeitschäden bekannt geworden. Während der Untersuchung treten sehr selten Kopfschmerzen oder Ohrgeräusche auf, die in der Regel danach wieder verschwinden. Sehr selten kann es zu Hautwärmungen im Bereich von Tätowierungen oder Make- up kommen.

3. Was geschieht bei Platzangst?
Die räumliche Enge in der Untersuchungsröhre bei Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens kann bei 5% der Patienten zu Platzangst (Klaustrophobie) führen. Diese kann durch die Gabe eines leichten Beruhigungsmittels sehr gut beeinflusst werden, sodass dann in 95% der Fälle die Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens trotzdem durchgeführt werden kann. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass durch die Gabe eines Beruhigungsmittels Beeinträchtigungen des Reaktions- und Urteilsvermögens eintreten können. Daher ist 24 Stunden nach der Verabreichung auf das Führen von Kraftfahrzeugen, sowie das Ausführen potentiell gefährlicher Tätigkeiten zu verzichten.

4. Bei welchen Patienten kann die Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens nicht oder nur unter besonderen Voraussetzungen durchgeführt werden?
Aufgrund des starken Magnetfeldes, welches zur Störung der Steuerungselektronik implantierter medizinischer Geräte, sowie zu einer Implantatverschiebung und starker Hitzeentwicklung führen kann, dürfen folgende Personen nicht mittels Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens untersucht werden:
- Patienten mit Herzschrittmacher, implantierten Defibrillatoren,
- CRT- Systemen, Event- Recordern
- Patienten mit Cochleaimplantaten
- Patienten mit Neurostimulatoren
- Patienten mit Insulinpumpen
- Bei bekannten Granat- und Eisensplittern in der Nähe des Gehirns, Rückenmarks oder großer Gefäße
- Bei alten Gefäßclips im Kopfbereich
- Bei ganz wenigen alten künstlichen Herzklappen
Gefäßstützen (Stents), Zahnimplantate, Schrauben und Platten nach der operativen Versorgung von Knochenbrüchen, sowie Gelenkprothesen stellen keine Kontraindikation für die Durchführung einer Kardio- MRT/Kernspintomographie des Herzens dar.

5. Das Aufklärungsgespräch vor Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens.
Das Aufklärungsgespräch vor Kardio-MRT/ Kernspintomographie des Herzens erfolgt anhand eines standardisierten Aufklärungsformulars. Ein Arzt oder MTA besprechen den Ablauf der geplanten Untersuchung und schließen Umstände aus, unter denen eine Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens nicht durchgeführt werden kann.

6. Vorbereitungen zur Durchführung der Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens
Vor Eintritt in den Scan- Raum sind alle metallischen Gegenstände, welche am Körper getragen werden, abzulegen. Hierzu gehören z. B. Schmuck, Uhren, Haarspangen, Brillen, Hörgeräte, Zahnprothesen mit Metall, Piercings, Handys, Geldbeutel, ferner dürfen z. B. EC- Karten oder andere Karten mit Magnetstreifen nicht in das Magnetfeld gebracht werden, da Informationen darauf gelöscht werden.
Sollten Kleidungsstücke Metallteile wie z. B. Reißverschlüsse, Knöpfe, Nieten, BH- Verschlüsse enthalten, so sind diese vor der Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens abzulegen.
Für die meisten Untersuchungen ist es notwendig, dass ein venöser Zugang am Arm gelegt wird, über den Medikamente bei Belastungsuntersuchungen gegeben werden. Nach der Kardio-MRT/ Kernspintomographie des Herzens wird dieser wieder entfernt.
Nach Abschluss dieser Vorbereitungen wird der Patient von der MTA in den Scan-Raum geführt und bequem auf der Liege des Kardio- MRT- Scanners gelagert.

7. Durchführung der Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens in Ruhe
Nach Abschluss aller Vorbereitungen wird der Patient in die Öffnung des Kardio- MRT- Scanners gefahren. Die MTA verlässt den Raum und nimmt an der Bedienkonsole Platz. Zunächst wird die Gegensprechanlage getestet, um eine einwandfreie Kommunikation zu gewährleisten.
Eine komplette Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens besteht aus zahlreichen Einzelmessungen. Die Planung dieser nimmt viel Zeit in Anspruch, sodass zwischen den Einzelmessungen kurze Pausen entstehen.
Für alle Kardio- MRT’s/ Kernspintomographie des Herzens ist es wichtig, dass während der Messungen nicht geatmet wird. Daher werden Atemkommandos wie EINATMEN, AUSATMEN, NICHT MEHR ATMEN gegeben.
Die Dauer der Atempausen beträgt in der Regel zwischen 10 und 15 Sekunden und wir von den allermeisten Patienten problemlos toleriert.
Die durchschnittliche Untersuchungsdauer einer Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens beträgt 45 Minuten.

8. Durchführung der Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens unter Adenosin-Stress
Zweck dieser häufig durchgeführten Untersuchung ist es, Durchblutungsstörungen des Herzens aufzudecken, die durch Verengungen der Herzkranzgefäße verursacht werden. Die
Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens ist indiziert bei:
- Verdacht auf eine KHK (Koronare Herzkrankheit)
- bei Verdacht auf Fortschreiten einer KHK
- nach Entdecken von Engstellen im Herzkatheter um deren Relevanz zu prüfen
- nach Aufdehnungen (PTCA) von Herzkranzgefässen und Stentimplantation, um die Durchgängigkeit des Gefäßes zu prüfen
ADENOSIN führt zu einer Erweiterung der Herzkranzgefäße und somit zu einer gesteigerten Durchblutung. Dieser Mechanismus funktioniert nur an gesunden Gefäßen, jedoch nicht an verkalkten und verengten Arterien. In diesen Bereichen kommt es im Vergleich zu gesungen Arealen zu einer eingeschränkten Durchblutung, welche mittels Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens sehr sensibel sichtbar gemacht werden kann.
Die Verabreichung von Adenosin wird in der Regel gut vertragen. Zu etwaigen Nebenwirkungen gehören Hitzegefühl im Brust- Kopfbereich, sowie das Gefühl schwerer Luft zu bekommen. Selten sind Herzrhythmusstörungen, die am angeschlossenen EKG fortlaufend registriert werden. Sollten nicht tolerierbare Nebenwirkungen auftreten, wird die Adenosininfusion gestoppt, deren Wirkung verschwindet nach wenigen Sekunden.

9. Weitere Indikationen zur Durchführung einer Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens sind:
- Untersuchung angeborener Herzfehler
- Darstellung von Gefäßanomalien
- Darstellung von Herztumoren
- Untersuchung von Erkrankungen des Herzbeutels
- Narbendarstellung nach Herzinfarkt (die Größe der Infarktnarbe hat prognostische Bedeutung)
- Die Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens ist derzeit die genaueste Methode, um Veränderungen am Herzmuskel, wie z. B. der Kardiomyopathie (dilatative, hypertrophe, Amyloidose, ARVD) oder Herzmuskelentzündungen festzustellen
- Die Darstellung der Herzkranzgefäße ist möglich, allerdings sind zur Zeit Qualität und Genauigkeit mit einer Herzkatheteruntersuchung nicht zu vergleichen und wird somit in der Routinediagnostik noch nicht durchgeführt
Die Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens wird meistens unter Gabe eines Kontrastmittels auf der Gadolinum- Basis durchgeführt, welches die unangenehmen allergischen Reaktionen wie bei Röntgenkontrastmitteln nicht aufweist und auch bei mittelschwerer Niereninsuffizienz eingesetzt werden kann.
Die Kardio- MTR/ Kernspintomographie des Herzens wird in enger Kooperation mit der Klinik für Kardiologie und Radiologie des Klinikums Kirchheim unter Federführung von Oberarzt Dr. Torsten Beck durchgeführt.
Die Abrechnung der Kardio- MRT/ Kernspintomographie des Herzens über private wie gesetzliche Krankenkassen ist gewährleistet.