Facharzt für Allgemeinmedizin
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Infektionen der Atemwege - Ursachen, Therapie und Prävention

Die häufigste Ursache für Arztbesuche sind Infekte. Jeder kennt das Problem: vor allem zu Beginn der kalten Jahreszeit trieft die Nase oder kratzt der Hals. Man fühlt sich geschwächt und der normale Alltag ist nur schwer zu bewältigen.

1. Ursachen für Infektionen
Die häufigste Ursache für Infektionen sind Viren, die durch Handkontakt oder die Atemluft übertragen werden. Viren vermehren sich in unseren Zellen, vor allem im Bereich der Schleimhäute der Atemwege. Je nachdem, wo die Schleimhäute befallen sind, zeigen sich dann entsprechende Beschwerden wie z. B. Schnupfen im Nasenbereich oder Husten im Bereich der Bronchien. Fieber als auch Kopf- und Gliederschmerzen sind typische Begleitsymptome.
Häufig gesellen sich zu den Virusinfekten auch bakterielle Erreger. Man spricht dann von einer Superinfektion.

2. Der grippale Infekt
Leider wird der Begriff „Grippe“ für verschiedene Krankheiten verwendet. Unter grippalem Infekt, häufig nur als „Grippe“ bezeichnet, versteht man eine typische Erkältung. Sie ist gekennzeichnet durch einen eher langsamen Beginn, meist mit Halsschmerzen. Oft gesellen sich dann noch Schnupfen, Husten oder Heiserkeit zu der Infektion hinzu. Es kommt eventuell zu leichtem Fieber und man leidet unter Müdigkeit, sowie Kopf- und Gliederschmerzen.

3. Die „echte“ Grippe
Unter „echter Grippe“ (Influenza) versteht man einen Infekt mit Influenzaviren. Im Gegensatz zum „grippalen Infekt“ geht der Krankheitsverlauf hier mit schnell einsetzendem und starkem Krankheitsgefühl einher. Typisch für die echte Grippe sind innerhalb von wenigen Stunden einsetzendes hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen oft noch in Verbindung mit den bekannten Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Man ist sehr geschwächt und mindestens für mehrere Tage bis zu mehreren Wochen bettlägerig. Für ältere oder immungeschwächte Patienten kann die Influenza lebensbedrohlich verlaufen. Gerade bei diesen Patienten ist es wichtig, dass keine Infektion mit Bakterien hinzukommt und dass man alle zur Verfügung stehenden therapeutischen Maßnahmen ausschöpft. Antibiotika helfen leider nicht gegen Influenzaviren, aber es gibt mittlerweile Medikamente, welche die Vermehrung von Viren stoppen können. Bei einem typischen Krankheitsverlauf kann man auf Grund der Symptome schon recht sicher die Diagnose ableiten. Wenn der Krankheitsverlauf nicht typisch ist, kann man die Diagnose durch Tests in der Arztpraxis schnell bestätigen. Trotzdem versterben alleine in Deutschland jährlich mehrere tausend Menschen an der echten Grippe.

4. Die Grippeimpfung
Unter der „Grippeimpfung“ versteht man einen Impfschutz gegen die „echte“ Grippe. Diese Impfung schützt daher ausschließlich gegen Influenzaviren und man kann trotzdem an einem grippalen Infekt (Erkältung) erkranken. Besonders Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen sollten sich vor jeder Wintersaison mit einer Grippeimpfung schützen.

5. Diagnose und Therapie von Infekten
Vor jeder Therapie erfolgt die Diagnose. Dies hat gerade bei der Behandlung von Infekten eine entscheidende Bedeutung, da man bakterielle Infekte anders therapiert wie Virusinfekte. Antibiotika helfen ausschließlich gegen bakterielle Infekte und können bei unkritischem Einsatz dazu führen, dass ihre Wirksamkeit durch die Bildung von resistenten Bakterienstämmen nachlässt.

6. Unterscheidung von bakteriellen und viralen Infekten
Bei klassischen Krankheitsverläufen kann man durch eine professionelle Untersuchung bereits den Unterschied zwischen viralen oder bakteriellen Infekten feststellen und die geeignete Therapie einleiten. Allerdings sind die Krankheitsverläufe manchmal nicht eindeutig einzuordnen. Da es für die Therapie jedoch entscheidend ist zu wissen, welche Erreger eine Rolle spielen, schöpfen wir in unserer Praxis alle gängigen Methoden aus, die uns bei dieser Fragestellung weiter helfen. Hierzu zählt neben der gründlichen Untersuchung die Bestimmung von Blutwerten, die Verwendung von Abstrichen und bei Bedarf auch die Anwendung von Schnelltests.

7. Therapie bakterieller Infektionen
Bei bakteriellen Infekten ist es manchmal unumgänglich Antibiotika zu verwenden, was dann meist auch rasch zu einer Besserung des Gesundheitszustandes führt. Allerdings sollte der Einsatz nur unter reiflicher Risiko- Nutzen- Abwägung und nach möglichst sicherer Diagnosestellung erfolgen. Bei leichten Infekten genügen auch Medikamente, die das Immunsystem stärken und die Beschwerden lindern.

8. Therapie viraler Infektionen
Im Gegensatz zu den bakteriellen Infekten, gibt es bei Virusinfekten kein klassisches Gegenmittel. Trotzdem stehen die Regale in Apotheken voll mit Erkältungsmedikamenten. Diese haben verschiedene Wirkungsweisen. Je nach Infekt helfen diese Präparate unterschiedlich gut. Letztendlich gilt es für jeden Patienten individuell eine geeignete Therapie festzulegen. Auch wenn keine schnelle Heilung erwartet werden kann, ist der Krankheitsverlauf bei geeigneter Therapie nicht so schwer und die Krankheitsdauer kann verkürzt werden. Hierbei kommen vor allem naturheilkundliche Medikamente zur Anwendung. Diese wirken u. a. über die Stärkung des Immunsystems, Schmerzlinderung, Abschwellung, Fiebersenkung und Schleimlösung.

9. Häufige Infektionen
Leidet ein Patient unter immer wieder auftretenden Infektionen, so werden weiterführende Untersuchungen notwendig. Bestimmte Krankheiten können das Immunsystem schwächen. Hierzu zählen z. B. Diabetes, Hormonstörungen, Mangelzustände oder Immundefekte. Allerdings sollte bedacht werden, dass ein bis drei Infekte pro Jahr für einen Erwachsenen als normal gelten. Am anfälligsten sind Kleinkinder, die bis zu 13 Mal im Jahr einen Infekt erleiden, ohne dass eine Grunderkrankung vorliegt. Dennoch kommt jeder Infekt ungelegen. Deshalb können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, die über eine Stärkung des eigenen Immunsystems Krankheiten verhindern oder schneller heilen. Zur Anwendung kommen dabei je nach Art der Beschwerden immunstimulierende Infusionen, Aufbauspritzen und Medikamente in Form von Tabletten und Tropfen.