Facharzt für Allgemeinmedizin
Kirchheimerstr. 76
73265 Dettingen unter Teck
Dr-med-frank-schellhaas

Gesundheitsförderung und Prävention oder „man ist, was man isst“

1. Einleitung
In den letzten 100 Jahren ist die Bevölkerung immer älter geworden. Mit der Zunahme des Lebensalters steigt aber auch die Häufigkeit der chronischen und akuten Erkrankungen stark an. Vor allem die hyperkalorische Ernährung und der Bewegungsmangel sorgen für immer mehr Stoffwechselerkrankungen, wie das Metabolische Syndrom. Nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums gehen mehr als 30% aller Gesundheitskosten auf ernährungsbedingte Krankheiten zurück. Bewegte sich ein Mensch vor 100 Jahren noch zirka 20 km am Tag zu Fuß, so ging der tägliche Bewegungsumfang seit den 80er Jahren von 1,2 km auf nunmehr 800 m pro Tag zurück. Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gesundheit so: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens“. Daher sollte heute ein Schwerpunkt der Politik darauf ausgerichtet sein, eine Verhaltensprävention in der Bevölkerung zur Einflussnahme auf Gesundheit durch Veränderung der Lebensbedingungen und der Umwelt der Menschen zu bewirken. Diese Verhältnisprävention greift zum Beispiel bisher bei Asbestverbot, Trinkwasserfluoridierung und Jodierung, Jugendschutz am Arbeitsplatz, gesetzliche Ruhepausen und Arbeitszeitdauer.

2. Die Prävention – Unser Konzept
Die Verhaltensprävention jedoch ist ein individuelles Ziel, das wir zusammen mit unseren Patienten erreichen möchten. Zu der Prävention gehören Raucherentwöhnung, Bewegungs- und Sportmotivation, Ernährungsanalyse und gegebenenfalls eine Substitution mit Mikronährstoffen.
Das Ziel der Primären Prävention ist es, eine Verringerung von Neuauftreten von Erkrankungen zu erreichen, zum Beispiel durch gesunde Ernährung, Bewegung und Entspannung, aber auch alle Schutzimpfungen, wie zum Beispiel Kinderlähmung (Polio), Wundstarrkrampf (Tetanus), Diphtherie, Masern- Mumps- Röteln- Varizellen, Gelbsucht (Hepatitis A und B), Hirnhautentzündung (Meningokokken und FSME) und neuerdings auch die HPV- Impfung (humanes Papilom Virus) bei jungen Frauen bewirken einen Schutz vor der Erkrankung.
Die Vorsorgeuntersuchung und die individuelle Gesundheitsvorsorge (Check- Up) bieten eine Möglichkeit, Krankheiten im Frühstadium zu erkennen und somit mittels der Sekundärprävention eine Eindämmung oder ein „chronisch Werden“ der Erkrankung zu verhindern. So hilft beispielsweise die Darmspiegelung (Koloskopie) als Präventionsmaßnahmen dabei, Adenome im Darm zu erkennen und durch die Abtragung des Adenoms einen Übergang in einen bösartigen Tumor zu verhindern.
Ein weiteres Fortschreiten nach Auftreten einer Erkrankung zu verhindern und Folgeschäden einzudämmen, wird Tertiärprävention genannt.

3. Weitere Präventionsmaßnahmen
Die Hälfte aller neu festgestellten Diabetiker haben ein Übergewicht mit einem BMI (Body- Mass- Index) über 30 kg/m², 20% sogar einen BMI über 35 kg/m². Besonders die Stammfettsucht führt zu gehäuftem Diabetes mellitus Typ II.
Die Gesundheitsförderung und die Prävention möchte unteranderem eine Motivation zur Wiederaufnahme der Bewegung bewirken, da Bewegung und Sport das Gewicht reduzieren kann und damit auch die Insulinresistenz und den hohen Insulinspiegel im Blut senken kann, somit können Begleit- und Folgeerkrankungen verringert oder sogar ganz verhindert werden. Die Präventionsmaßnahmen zeigen insbesondere Probleme in der Blutversorgung auf. Mittels Halsschlagader- (Carotis) Sonographie kann der Blutfluss zum Gehirn gemessen werden, die Durchblutung der Beine und der Arme wird mit der ABI Messung durchgeführt. Die ergänzenden Laboruntersuchungen zeigen das weitere Risikoprofil auf. Die Impedanz- Analyse ermittelt das Verhältnis des Gesamtkörpervolumens in Beziehung zur Muskulatur, Gewebeflüssigkeit und Fettdepots. Im Belastungs- EKG können Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße erkannt werden und in der Lungenfunktionsmessung werden die Dehnbarkeit der Lunge und die Fähigkeit der Sauerstoffaufnahme dargestellt. Die Ernährungsanalyse zeigt die Ernährungsgewohnheiten und eventuelle Fehlernährungen auf, sodass zur Prävention mit Hilfe der Mikronährstoffmedizin (orthomolekulare Medizin) die biochemische Dysbalance gezielt ausgeglichen wird und eine Umstellung der Ernährung erfolgen kann.
Eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung als Prävention führen zu mehr Lebensqualität, höherer Gesundheit und Zufriedenheit und somit zur Verbesserung des seelischen Wohlbefindens.