Theodor-Heuss-Allee 51
68519 Viernheim
Arzt-dr-ingo-hofmann-viernheim-gynkologie02

Bedeutung der komplementären Krebstherapie

Es ist eine bekannte Tatsache, dass Krebs viele verschiedene Ursachen hat und deshalb nur eine ganzheitliche Behandlung zum gewünschten Erfolg führen kann.

Deshalb sollte eine Medizin gefördert werden, in der sich biologische Heilverfahren und schulmedizinische Behandlungswege sinnvoll ergänzen – eine komplementäre Krebstherapie.


Die demographischen Daten zur Bevölkerungsentwicklung in den westlichen Industrienationen prognostizieren eine beträchtliche Verschiebung der Altergrenzen bedingt durch eine signifikant längere Lebenserwartung. Dadurch bedingt wird auch das Auftreten bösartiger Tumorerkrankungen häufiger sein. Innovative Behandlungsmethoden onkologischer Erkrankungen unter Erhalt der Lebensqualität sind besonders wichtig.


Im Jahre 2004 wurde eine Studie veröffentlich, die 200.000 Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren untersuchte. Sie ergab, dass bei Patienten mit soliden Tumoren, die eine oder mehrere Chemotherapien erhalten hatten, lediglich 0 bis maximal 10% fünf Jahre überlebten. Einer der Hauptgründe hierfür sind stammzellähnlichen Tumorzellen, die in Analogie zu normalen Stammzellen sowohl chemo- als auch strahlenresistent sind.


In den letzten fünf Jahren hat sich insges. gesehen die Fünf-Jahresüberlebenszeit von an Krebs erkrankten Patienten, die allein schulmedizinisch behandelt wurden, praktisch nicht verbessert.


Daher sollte ein integratives Krebs-Therapie-Konzept neben der konventionellen Krebstherapie komplementäre Therapieverfahren mit einschließen. Nach heutigem Wissensstand beinhaltet solch ein integratives Therapiekonzept nach Diagnosesicherung:

o Tumorentfernung bzw. Tumormassenreduktion

o Ursacheneliminierung / Detoxifikation

o Orthomolekulare Therapie

o Unterstützung vom Immunsystem

o Ernährung

o Ozon-Sauerstofftherapie

o Hormonregulation

o Psychotherapie



I. Tumorentfernung bzw. Tumormassenreduktion:


Dies wird zuerst mit den konventionellen Therapieverfahren wie Operation, Strahlen- und Chemotherapie erreicht. In dieser schwierigen Lebensphase ist es für die Patientinnen äußerst wichtig, alle modernen unterstützenden Maßnahmen wie antiemetische Therapien (Therapien gegen das Erbrechen), Schmerztherapie, Infektprophylaxe und das Immunsystem unterstützende und aktivierende Therapien einzusetzen.


Des Weiteren gibt es drei neuere Substanzen, die nennenswerte Ergebnisse im Kampf gegen den Krebs zu verzeichnen haben. Es handelt sich dabei um Amygdalin („Vitamin B 17“) und organisches Germanium (Germaniumsesquioxid) Und DCA (Dichloracetat).


Amygdalin („Vitamin B 17“)

Das  „Vitamin B17“ oder auch Amygdalin  kommt  in Nahrungsmitteln wie  Aprikosenkernen, Bittermandeln, Pfirsichen  und manchen Getreidesorten vor und hat die Fähigkeit die Krebs-Zelle essentiell zu schädigen während  gesunde Zellen nicht beeinträchtigt werden.

„Vitamin B17“  ist eigentlich ein „Zuckermolekül“ das von dem Enzym ß-Glukosidase  gespalten wird.   

Krebs-Zellen enthalten das  Enzym ß-Glukosidase   1000-2000 fach höher als die gesunde Zelle, d.h. hier wird die Substanz vorwiegend gespalten. Das Enzym spaltet das  „Vitamin B 17“ in Zucker, Benzaldehyd und  Zyanid (Blausäure) – zwei Krebs-zellabtötende Substanz.  Das bedeutet aus dem harmlosen“ Zuckermolekül“ wird  für die Krebs-Zelle  ein Zellgift, welches diese zugrunde gehen lässt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass „Vitamin B17“/ Amygdalin die Chance bietet Krebs-Zellen selektiv zu schädigen während gesunde Zellen durch den natürlichen Mechanismus unbetroffen bleiben.


Germanium (Germaniumsesquioxid)

Germanium  kommt  in Nahrungsmitteln wie  Goji-Beere, Shitake Pilzen, Knoblauch, Gingsengwurzeln, Zwiebeln, Beinwellkraut, Brokkoli und Sellerie vor. Organisches Germanium verfügt über eine anti-tumorale Wirkungsweise, die mit verschiedenen Mechanismen gegen den Krebs arbeitet.

Einerseits stimuliert Germaniumsesquioxid die körpereigene Immunabwehr, indem die Anzahl der T-Zellen steigt, diese Zellen produzieren Gammainterferon, welches Makrophagen und Killerzellen  vermehrt und aktiviert. Sie sind in der Lage abnormale Zellen, wie Krebs-Zellen, zu erkennen und abzutöten.

Andererseits wirkt organisches Germanium direkt auf das Membranpotential der Krebs-Zelle.  Die normale Zelle weist ein Membranpotential von -70 mV auf, während die Tumorzelle durch den Vermehrungsprozess ein deutlich höheres Membranpotential von ca. -20 mV hat. Das bedeutet beim Krebs besteht ein relativer Überschuss an positiver Ladung. Germaniumsesquioxid hat als Elektronenspender die Fähigkeit negative Ladung abzugeben und  destabilisiert so die Zellmembran der Krebs-Zelle. 

Des Weiteren fungiert Germaniumsesquioxid als Hyperoxygenator d.h. es stellt den Zellen ein Überangebot an Sauerstoff zur Verfügung. Dieses Überangebot an Sauerstoff ist für Krebs-Zellen schädlich und  nicht tolerabel. 


DCA (Dichloracetat) 

Bei DCA handelt es sich um das Natriumsalz der Dichloressigsäure. Es wird bereits in den USA bei Erkrankungen der Mitochondrien, Diabetes, Hyperlipidämie und Laktatazidose eingesetzt.

Neue Erkenntnisse zur Wirkungsweise von DCA bei Krebserkrankungen sind vielversprechend.

Gesunde Zellen gewinnen am effektivsten ihre Energie aus der „Verbrennung“ von Zucker zu Kohlendioxid und Wasser. Dafür nutzen sie das Kraftwerk der Zelle – die Mitochondrien -.

Wenn ein Überangebot an Zucker vorhanden ist, aber nicht genügend Sauerstoff können die Mitochondrien nicht arbeiten und die Zellen stellen nun ihren Stoffwechsel auf die „Vergärung“ von Zucker um, um zu überleben. 

Krebszellen  gewinnen - aufgrund ihrer Entartung und starken Vermehrung - ihre Energie nicht auf dem üblichen Weg sondern primär durch „Vergärung“ von Zucker.  

DCA kann die Energieproduktion durch „Vergärung“ von Zucker in den Krebszellen blockieren sowie die normale Energieproduktion der Mitochondrien durch „Verbrennung“  von Sauerstoff in den Krebszellen wiederherstellen. Sobald DCA die Mitochondrien  wieder aktiviert, erkennen diese die Entartung der Zelle und befehlen ihr den natürlichen Zelltod (Apoptose). Die Krebszellen sterben und der Tumor wird kleiner. Des Weiteren werden Sauerstoffradikale gebildet, die die Krebszelle zusätzlich schädigen.


Hyperthermie

Zusätzlich spielt die Hyperthermie als ergänzendes Therapieverfahren eine wichtige Rolle. Wirkungsweise der Hyperthermie ist:

- Selektiver Effekt auf Tumorzellen

- Erhöhte Perfusion im Tumor

- Erhöhter Stoffwechsel im Tumor

- Verbesserte Sauerstoffversorgung im Tumor bei nicht zu langer Hyperthermie, später Hypoxie

- Induktion von Hitzeschockproteinen, die den Zellen der Körperabwehr als Erkennungszeichen dienen 

- Zellmembranveränderungen mit Destabilisierung

- Durch Überwärmung des Tumorgewebes kommt es zur Aktivierung verschiedener Zytokine wie IL-1ß, IL-6, IL-8, IL-10, TNF-Alpha, G-CSF



II. Ursacheneliminierung / Detoxifikation


Um effektiv gegen die Krebserkrankung vorzugehen, müssen Faktoren, die den Krebs begünstigen, eliminiert werden. Dazu gehören beispielsweise:

- Umweltnoxen

- Rauchen, Alkohol, Drogen

- Chronische Entzündung z.B. Herde

- Stress 

- Übersäuerung

- Belastung durch Schwermetalle

- Störungen der Darmflora


Detoxifikation 

Möglichkeiten der Entgiftung sind: Entsäuern, Chelattherapie und Darmsanierung. Im Folgenden wird genauer auf die drei Möglichkeiten eingegangen.


Entsäuern

Zuviel an Säuren blockiert den Stoffwechsel, schwächt die Entgiftungsenzyme, lähmt die Abwehrzellen und belastet das Bindegewebe.


Chelattherapie 

Infusionstherapie zur Ausschwemmung von Schwermetallen. Prof Ionescu wies in seinen Untersuchungen eine hoch signifikante Akkumulation von Eisen, Nickel, Chrom, Cadmium, Quecksilber, Zink und in einem geringeren Ausmaß Blei im malignen Brustgewebe im Vergleich zum gesunden Brustgewebe nach. Die Fähigkeit eines Eisenüberschusses, Hydroxylradikale zu bilden, das zelluläre Immunsystem zu unterdrücken und Tumorwachstum zu fördern ist allgemein bekannt. Erhöhte Kupferkonzentrationen wurden auch in menschlichen Lungenkrebs-Biopsien und in anderen Tumoren festgestellt. Nickel, Chrom und Cadmium wurden aufgrund ihrer Fähigkeit, die Reparatur beschädigter DNA zu hemmen, als Mutagene und Karzinogene erkannt.


Darmsanierung 

Der Gastrointestinal¬trakt muss einerseits dafür sorgen, dass die Nährstoffe in den Körper gelangen und andererseits dabei gewähr¬leisten, dass schädliche Stoffe und Mikroorganismen „draußen" bleiben. Deshalb ist unser Gastrointestinaltrakt gleich¬zeitig unser größtes Immunorgan. Normalerweise verfügt der Darm über eine große Fähigkeit zur Selbstregulation. Durch falsche Ernährung oder notwendige aggressive Therapeutika – wie Chemotherapie - werden vor allem die „nützlichen“ Darmkeime geschädigt. Weniger nützliche oder gar schädliche Keime können sich vermehren. Die Folgen solch einer Schädigung bleiben nicht auf die Verdauung beschränkt. Die Fremdkeime scheiden giftige Stoffwechselprodukte aus. Diese Toxine und andere Schadstoffe gelangen so in den Körper und begünstigen Erkrankungen und belasten das Immunsystem.



III. Orthomolekulare Therapie


Im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung geht die Orthomolekulare Medizin grundlegend davon 

aus, dass ein Zusammenhang zwischen Krebs und einer Unterversorgung der Zellen besteht. 

Durch eine Verabreichung hoch dosierter Vitalstoffe sollen das Immunsystem gestärkt und Krebszellen besiegt werden. Supplementiert werden u. a.: Antioxidantien, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Selen, Gluthation und viele weitere.



IV. Immuntherapie


In der onkologischen Forschung zeichnet sich in zunehmendem Maße die Bedeutung immuntherapeutischer Verfahren ab, die in vielen Fällen den Vorteil haben, ohne Risiko einsetzbar zu sein. Viele dieser Verfahren haben ihren Ursprung in der Naturheilkunde und konnten erst mit der Entwicklung immunmolekularer Untersuchungsmethoden hinsichtlich ihrer Wirkmechanismen objektiviert werden. 


Für die Elimination von disseminierten Tumorzellen sind in erster Linie die Nk-Zellen verantwortlich. NK-Zellen haben einen An¬teil an der Gesamtzahl aller weißen Blutkörperchen von etwa 15 %. Auf-grund ihrer Fähigkeit, auf ihrer Wanderung durch den Körper Bakterien, Viren oder auch infizierte oder anomale körpereigene Zellen (z. B. Krebszellen) zu umzingeln und zu zerstö¬ren, stellen sie das Rückgrat unseres Immunsystems dar. In einem von Krankheit befallenen Körper ist das Immunsystem überlastet und die Ak¬tivität der NK-Zellen demzufolge beeinträchtigt.


Aus diesem Grund ist es sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von Kranken äußerst wichtig, dass das Immunsystem und dabei insbesondere die Aktivität der NK-Zellen stimuliert wird. Wird die NK-Zellaktivität er¬höht, erfolgt die Genesung nicht nur mit größerer Wahrscheinlichkeit sondern auch beträchtlich schneller.


Es gibt Tests, mit denen man die NK-Zellaktivität messen kann und in einem weiteren Schritt feststellen kann, ob diese Aktivität stimulierbar bzw. zu steigern ist. Ergibt der Test, dass die Aktivität der NK-Zellen s stimuliert werden kann, testet man im Weiteren mit welchen Immunmodulatoren (Mistel, Ecchinacin , chinesische Vitalpilze, etc.) diese Verbesserung erzielt werden kann und therapiert damit. So kann man das Immunsystem aktivieren und die Immunitätslage der betroffenen Patienten verbessern.


Vitamin C-Hochdosistherapie. 

Vitamin C in Dosen über 20g i.v. verabreicht kann selektiv zum Untergang von Krebszellen führen ohne das normale gesunde Gewebe zu beeinträchtigen. Es gibt Therapieschemata mit bis 75g Vitamin C  i.v.  Ein neuseeländisches Forscherteam fand heraus, dass Tumore mit einem niedrigen Vitamin-C-Spiegel eine höhere Menge des Proteins HIF-1 enthielten, das die Ausbreitung und das Wachstum von Krebs gerade unter Stressbedingungen unterstützt.


Enzymtherapie

Die Enzymtherapie kann die Tumorabwehr des Körpers durch eine Kombination von unterschiedlichen Enzymen merklich steigern. Bei der Kombination von Strahlentherapie und Enzymtherapie lässt sich u. a. feststellen:

o dass weniger strahlenbedingte Hautschäden auftreten und

o dass die Ödembildung im bestrahlten Gewebe schneller reversibel ist.

Ingesamt gesehen können hoch dosierte Enzymgemische in allen Stadien des Tumors als unterstützende Maßnahme eingesetzt werden, da sie die Entzündungsaktivität des betroffenen Gewebes verringern.


Orthomolekulare Substanzen

Eine Stabilisierung des Immunstatus kann durch Verabreichung orthomolekularer Substanzen als Anti-Oxidantien, wie z.B. Zink, Selen, Kupfer, Vitamin C und E in entsprechender Dosierung erreicht werden. Bei einer Verminderung wichtiger Lymphozytenpopulationen kann eine direkte Stimulation des Immunsystems durch Organotherapeutika wie z.B. Thymus-Extrakte erzielt werden.


V. Ernährung


Bereits der deutsche Nobelpreisträger Otto Warburg hat beschrieben, dass Krebszellen zur Energiegewinnung überwiegend den Zucker vergären. Dies lässt sich therapeutisch nutzen, indem man Krebszellen, die diesen Stoffwechselweg gehen müssen, die Energie entzieht.

Diese Krebszellen lassen sich über ein Enzym nachweisen, dem Transketolase-like 1(TKTL 1). 


TKTL 1 –positive Zellen sind allein von Glukose als Energieträger abhängig. Basierend auf dieser Erkenntnis ist die TKTL 1 -Ernährungstherapie entwickelt worden, um den Krebszellen die Glukosezufuhr abzustellen und somit dem Tumorwachstum und der Metastasenbildung entgegenzuwirken.


Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit Dichloracetat (DCA). Sie normalisiert den Zuckerstoffwechsel von Krebszellen und beeinflusst ihn so, dass die Zellen auf sauerstoffpflichtige Energiegewinnung zurückgreifen müssen. Damit wird die Krebszelle geschwächt und die Apoptoseresistenz überwunden. Apoptoseresistenz bedeutet, dass solche Krebszellen nicht absterben und sich immer weiter vermehren.



VI. Ozon-Sauerstofftherapie


Sie kann eine erfolgreiche Behandlungsoption in der Krebstherapie sein, besonders in der adjuvanten Situation, aber auch bei fortgeschrittenen Befunden. Sie ist nebenwirkungsarm und kann mit anderen Therapiemethoden kombiniert werden.  


Prof. Vaupel stellte in seinen Untersuchungen fest, dass der Sauerstoffpartialdruck im Tumorgewebe deutlich erniedrigt ist im Vergleich zu gesundem Gewebe. Diese Tumorhypoxie stimuliert die Sekretion eines angiogenetischen Zytokins, des vascular endothelial growth factor ( VEGF), mit dessen Hilfe sich das Malignom eine eigene Blutversorgung zu schaffen sucht. Wenn die durch VEGF neu gebildeten Blutgefäße den Tumor erreicht haben, wachsen die Zellen explosionsartig und streuen rasch in die Blutbahn.


Durch die Ozon-Sauerstofftherapie wird die Sauerstoffsättigung im Gewebe erhöht, was die gestörte Zellatmung reduziert und damit dem beschriebenen Krebsstoffwechsel entgegen wirkt.

Ozon hat antibakterielle, antivirale und auch antifungale Wirkungen. Beim Zervixkarzinom beispielsweise spielen Viren eine wichtige Rolle.


Für die Kombination der Ozon-Sauerstoff- Behandlung mit der Strahlentherapie spricht ihr radiosensibilisierender Effekt. Seit Längerem ist bekannt, dass zur Zellabtötung von hypoxischen Gewebe eine 2- bis 3-fach höhere Strahlendosis benötigt wird.

Auch das zytotoxische Potential von sauerstoffabhängigen Chemotherapeutika wie Cyclophosphamid, Bleomycin oder Platinkomplexen nimmt in sauerstoffarmem Gewebe ab.



VII. Hormonregulation


Bei vielen Krebsarten versucht man heute, das Wachstum mit Hormonen, hormonähnlichen Substanzen oder antihormonellen Wirkstoffen zu verhindern. Eine Hormontherapie ist dann notwendig, wenn es sich beispielsweise beim Brustkrebs um einen hormonempfindlichen Tumor handelt.


Ein großer Teil der Brusttumoren wird durch Östrogene und Progesteron gefördert. Die Hormone regen die Vermehrung der Tumorzellen an und beschleunigen so das Wachstum der Tumoren. Dies geschieht immer dann, wenn die Tumorzellen auf ihrer Oberfläche Bindungsstellen, sogenannte Rezeptoren, für die Hormone tragen, also Hormonrezeptor-positiv sind. Da die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone in den Wechseljahren nachlässt, nehmen hormonempfindliche Brusttumoren bei Frauen vor der Menopause - angeregt durch die Hormonwirkung - meist einen rascheren Verlauf als bei Frauen nach der Menopause.


Die das Tumorwachstum begünstigende Wirkung der Hormone lässt sich durch eine "Anti"-Hormontherapie hemmen. Dadurch kann das Rückfallrisiko für die Erkrankung deutlich gesenkt werden. Diese Therapie ist deshalb heute Standard bei der Behandlung von Hormonrezeptor-positiven Brusttumoren und sollte wenn möglich grundsätzlich durchgeführt werden. Vor der Menopause kommen in erster Linie Antiöstrogene (Tamoxifen) und GnRH-Analoga, nach der Menopause Antiöstrogene (Tamoxifen) und Aromatasehemmer zum Einsatz.


In ausgewählten Fällen von hormonrezeptor-positiven Malignomen werden hoch dosierte künstliche Gelbkörperhormone, Gestagene, eingesetzt. Über verschiedene Stoffwechselwege können Gestagene den Östrogenspiegel im Blut absinken lassen. Zudem blockieren sie die Bildung von Östrogenrezeptoren auf Tumorzellen. 


Schließlich besetzen künstliche Gestagene auch die Bindungstellen der Tumorzellen für Progesteron, das körpereigenen Gelbkörperhormon. Auch Progesteron kann einen wachstumsfördernden Effekt auf Tumorzellen ausüben. Durch die Einnahme künstlicher Gestagene wird die Wirkung von Progesteron gehemmt.



VIII. Psychotherapie 


Die starke Krankheitsbelastung durch Krebs und die schwerwiegenden Eingriffe, um die Krankheit zu bekämpfen, bringen zwangsläufig eine massive psychische Belastung mit sich.

Angst vor dem Tod oder einer Verschlimmerung der Krankheit, aber auch Folgen und Begleiterscheinungen der Therapien wie Überempfindlichkeiten, Schmerzen oder Brechreiz erschweren die Lebenssituation der Kranken ungemein. 


Zusätzlich beeinträchtigen Veränderungen durch gravierende operative Eingriffe, zum Beispiel wegen eines künstlichen Darmausgangs, einer Magenentfernung oder einer Brustamputation die Lebensqualität erheblich. Dieser immense psychische Stress wirkt sich zusätzlich negativ auf die Erkrankung aus und verschlimmert ihren Verlauf. 


Psychologische Unterstützung soll dabei helfen, den Folgen der Krankheit und ihrer Bekämpfung besser begegnen zu können und Ängste der Kranken zu bewältigen.